
Die jüngsten Schwankungen des Euro waren in ihrer Heftigkeit kaum vorherzusehen und zeigen nur eins: Es ist sehr viel Unsicherheit im Markt, was die kurzfristige Einschätzung der weiteren Entwicklung mit einem Blick in die berühmte Glaskugel vergleichbar macht. An den langfristigen Aussichten, dass das Währungspaar im Jahr 2007 in Richtung 1,40 US-Dollar laufen kann, ändert das aber nichts.
Trotzdem lohnt eine Rekapitulation der vergangenen Woche, liefert diese doch einige Anhaltspunkte, welche Faktoren EUR/USD beeinflussen. Kurz gesagt: US-Konjunkturdaten und ein technisch getriebener Handel haben den Kurs des Euro auf Achterbahnfahrt geschickt. Die Handelsspanne betrug an manchen Tagen fast zwei Cents. In der Spitze lief der Kurs der Gemeinschaftswährung mit 1,3364 US-Dollar an sein 20-Monats-Hoch heran, um gleich nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten auf 1,3192 US-Dollar zusammen zu brechen.
Da der Markt momentan eher kontra Greenback eingestellt ist, dauerte es nur ein paar Minuten, um den Euro wieder über die Marke 1,32 US-Dollar zu hieven. Was war passiert? Schnäppchenjäger nutzen die kurzzeitige Schwäche und stiegen ein. Kaum veröffentlichte die Universität von Michigan ihren Index zum Verbrauchervertrauen, zog der Euro weiter an. Das Sentiment für Dezember war nach vorläufigen Berechnungen von 92,1 auf 90,2 Punkte gesunken.
Alles in Butter könnte man meinen - dem war aber nicht so. Eine technisch getriebene Rally des US-Dollar gegenüber dem Yen brachte den Euro schließlich wieder unter Druck und sorgte am Ende für Notierungen unter 1,32 US-Dollar. Unter dem Strich nicht viel passiert, könnte das Fazit nun lauten.
Wäre da nicht die Entscheidung der US-Notenbank am 12. Dezember gewesen, die wieder für Wirbel hätte sorgen könnte. Da der US-Leitzins konstant bei 5,25 Prozent blieb, kam es vor allem auf die Begründung an, die Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben könnte. Aber auch hier nichts substanziell Neues, außer dass die Fed eine längst sichtbare Abschwächung des US-Immobilienmarktes sowie eine gemischte Konjunkturlage eingesteht. In der Summe könnte der Handel sich in den kommenden Tagen beruhigen. Die Spanne von EUR/USD zwischen 1,32 und 1,34 US-Dollar dürfte vorerst Bestand haben.
Carsten Stern ibas AG FXdirekt
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AXC0044 2006-12-13/09:14