
London (BoerseGo.de) - Einem Medienbericht zufolge will die britische Regierung die Royal Bank of Scotland aufspalten. Auf Druck der EU-Kommission soll die einstmals größte Bank Europas, die mittlerweile zu mehr als 70 Prozent in staatlicher Hand ist, ihr Massenkundengeschäft in England und Wales einschließlich 312 Filialen in eine separate Einheit namens Williams & Glyn's Bank ausgliedern, berichtet die "Financial Times". Anschließend sei ein Verkauf an einen Konkurrenten oder Finanzinvestoren denkbar, aber auch ein Börsengang, sollten sich die Finanzmärkte weiter erholen. Der Plan sei weit fortgeschritten und werde bereits mit der EU-Kommission diskutiert, erfuhr das Blatt von Insidern.
Von der Royal Bank übrig blieben das Firmenkundengeschäft, das Investmentbanking, die Vermögensverwaltung sowie ein kleinerer Teil des Massenkundengeschäftes in Schottland.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte bereits im Juli im Gegenzug für die Rettung britischer Banken durch den Steuerzahler harte Sanierungsauflagen für staatlich gestützte Institute angekündigt. Mit ähnlichen Forderungen aus Brüssel sehen sich auch deutsche Geldhäuser wie die Commerzbank oder einige Landesbanken konfrontiert.