
Ein unmittelbarer Anlass für die Kursschwäche war das Scheitern des Klimaschutzgesetzes der Regierung Obama. Der ambitioniert gestaltete Entwurf, der unter anderem Obergrenzen für die Emission von Treibhausgasen vorsah, fand nicht genug Unterstützung im US-Senat, und wurde deshalb vorerst auf Eis gelegt. Zwar dürfte sich dies nicht negativ auf die bestehenden Solarförderprogramme auswirken. Vieles spricht dafür, dass die Nutzung der Solarenergie in den USA auch ohne das Gesetz weiter ausgebaut wird. Dennoch hätte ein Erfolg der Initiative natürlich einen Durchbruch für die alternativen Energien allgemein bedeutet, der auch eine entsprechende Signalwirkung gehabt hätte.
Darüber hinaus hat der amerikanische Solarriese First Solar für das abgelaufene Quartal einen Gewinnrückgang um 12 Prozent gemeldet. Dieser war vor allem auf niedrigere Panel-Preise und gestiegene Fixkosten zurückzuführen, während der Umsatz um 12 Prozent auf 588 Millionen Dollar anstieg. Das Zahlenwerk von First Solar ist für die chinesischen Konkurrenten insofern relevant, als sich First Solar mit seiner Dünnfilm-Technologie ebenfalls überwiegend im Niedrigpreis-Segment aufhält.
Positiv zu bewerten ist, dass sich First Solar über die künftig zu erwartende Umsatzentwicklung recht optimistisch geäußerst hat. Das gleiche gilt auch für den deutschen Solarkonzern Solarworld. Dieser hat für das zweite Quartal Zahlen vorgelegt, die die Erwartungen übertroffen hatten. Auch bei Solarworld sieht man insbesondere für 2011 eine weiter wachsende Nachfrage, obwohl die deutsche Regierung die Einspeisevergütung zuletzt empfindlich zusammengestrichen hat.
Der chinesische Hersteller Solarfun Power Holdings hat zwei Lieferverträge mit Abnehmern aus Italien abgeschlossen. Insgesamt wird das Unternehmen Module mit einer Gesamtleistung von 12 Megawatt an seine dortigen Kunden liefern. Aus Italien wird für das zweite Halbjahr ein erheblicher Nachfrageschub erwartet, da dort die Förderung im kommenden Jahr zurückgehen wird. Der gleiche Effekt war in Deutschland im ersten Halbjahr feststellbar.
ReneSola hat eine strategische Partnerschaft mit der deutschen solarhybrid AG abgeschlossen. Für das zweite Halbjahr wurde bereits eine erste Lieferung von Modulen mit einer Leistung von 50 Megawatt vereinbart. Die Kooperation ist weitreichend. solarhybrid wird in Deutschland einerseits Module unter der Marke "ReneSola" vertreiben. Zum anderen wird ReneSola auch die Panels herstellen, die unter der Eigenmarke "solarhybrid" demnächst umfangreich beworben werden sollen. Das deutsche Unternehmen erklärte, dass es sich für ReneSola als Partner nach einem aufwendigen Auswahlprozess entschieden habe. Für das Unternehmen hätten unter anderem umfangreiche Qualitätstests, die starke Bonität und die entsprechenden Produktionskapazitäten gesprochen.
Nach JA Solar hat jetzt auch Yingli Green Energy ein Lizenzabkommen mit dem amerikanischen Spezialanbieter Innovalight abgeschlossen. Innovalight ist ein Entwickler spezieller "Silizium-Tinten", mit deren Hilfe sich der Wirkungsgrad kristalliner Solorzellen steigern lässt. Ohne hohe Zusatzkosten und Umrüstungen können die beiden chinesischen Massenproduzenten somit die Wirkungsgrade, und damit den Wert ihrer Module erhöhen.
In chinesischen Regierungskreisen ist man offenbar optimistisch, die Kosten für Solarstrom in Zukunft noch deutlich drücken zu können. Wie der Vizedirektor der Nationalen Energiebehörde zuletzt erklärte, werde Solarstrom im Jahr 2020 auf das Preisniveau von Kohlestrom gefallen sein. Dementsprechend werde die Nutzung der Solarenergie bis dahin deutlich ausgeweitet werden. Die Gesamtkapazität werde 2020 bei 20 Gigawatt liegen, während sie bis 2015 vorerst auf 5 Gigawatt steigen werde.
China dürfte in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Absatzmärkte der Solarwirtschaft werden, denn der Strombedarf des Landes steigt unaufhörlich. Die Nationale Energiebehörde geht davon aus, dass der Gesamtverbrauch 2010 um weitere 11 Prozent anwachsen werde. Die Maßnahmen zur Erzwingung einer höheren Energieeffizienz in der Industrie seien ebenso wie die Drosselung des dortigen Bau-Booms bereits in dieser Prognose berücksichtigt. Die Solarenergie nimmt dementsprechend einen wichtigen Platz in den Planungen der chinesischen Politik ein.
Die im Solactive China Solar Index enthaltenen Einzelwerte sind:
Yingli Green Energy Holding
JA Solar Holdings
Canadian Solar
Trina Solar
Solarfun Power Holdings
ReneSola
China Sunergy
Suntech Power Holdings
LDK Solar
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