
DJ UPDATE: BBVA verdient wegen schwachem Spanien-Geschäft 17% weniger
(NEU: Einzelheiten, Aktienkurs)
Von Christopher Bjork DOW JONES NEWSWIRES
MADRID (Dow Jones)--Die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) hat wegen höherer Kosten und einer unvorteilhaften Entwicklung im Inlandkreditgeschäft im dritten Quartal deutlich weniger verdient. Unter dem Strich berichtete die BBVA einen Gewinn von 1,14 Mrd EUR, was einem Rückgang von 17% entspricht. Analysten hatten mit 1,16 Mrd EUR gerechnet. Die Nettozinseinnahmen summierten sich auf 3,25 Mrd EUR, das sind 5,5% weniger aus als vor einem Jahr. Beobachter hatten mit Nettozinseinnahmen von 3,38 Mrd EUR gerechnet.
Spanische Banken litten im dritten Quartal unter neuen und strengeren Vorgaben der Zentralbank des Landes im Zusammenhang mit Eigenkapitalregeln und unter der nur sehr schleppenden wirtschaftlichen Erholung. Die BBVA musste den Angaben vom Mittwoch zufolge weitere 198 Mio EUR wegen strengerer Vorschriften für das Buchen von Kreditverlusten zurückstellen.
Wie erwartet ging der Gewinn in Spanien und Portugal um 15% auf 501 Mio EUR zurück. In Mexiko, wo die Bank ebenfalls stark vertreten ist, stiegen die Erträge dagegen um 5,1% auf 451 Mio EUR. Dem Institut gehört Mexikos größter Kreditgeber BBVA Bancomer.
Die Summe der faulen Kredite in den Büchern der BBVA sank per Ende September leicht auf 4,1% des gesamten Kreditvolumens gegenüber 4,1% am Jahresende 2009. Damit liegen die Kreditausfälle allerdings immer noch über dem Wert im Vorjahresquartal von 3,4%. Während die Zahl der Ausfälle in Mexiko dank der wieder anziehenden Wirtschaft rückläufig war, blieb sie im Heimatmarkt Spanien im dritten Quartal konstant.
Die operativen Kosten kletterten um 12% auf 2,26 Mrd EUR, hauptsächlich aufgrund höherer Mietkosten. Die BBVA hatte ihre Geschäftszentrale in Madrid und ihr spanisches Filialnetz verkauft und zurückgemietet. Daraus buchte sie in den vergangenen Quartalen Kapitalgewinne von insgesamt etwas über 1 Mrd EUR - allerdings stiegen die Mietkosten infolge der Transaktion deutlich. Die Kernkapitalquote erhöhte die BBVA per Ende September um 10 Basispunkte auf 8,2% von 8,1% Ende Juni.
Der Markt reagierte verhalten auf das Zahlenwerk. Die Aktie handelte um 9:54 Uhr bei 9,54 EUR und damit 1% im Minus.
Webseite: www.bbva.com -Von Christopher Bjork, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/cbr/sha/jhe
(END) Dow Jones Newswires
October 27, 2010 04:23 ET (08:23 GMT)
Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.