
London/Dublin (BoerseGo.de) - Nachdem Irland die Hilfsgelder aus dem EU-Rettungsschirm akzeptiert hat, geht das Bangen auf der grünen Insel weiter. In der Nacht zum Mittwoch senkte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die langfristige Bonität des Staates um zwei Punkte von "AA-" auf "A". Die kurzfristige Kreditwürdigkeit stufte das Institut von "A-1+" auf "A-1" zurück und setzte Irland auf die CreditWatch-Liste.
Als Grund gab S&P die Belastungen des Staatshaushalts durch die Bankenkrise an. Selbst die angekündigte HIlfe von der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) konnten die Herabstufung nicht verhindern. Ohne die Hilfen, sei die Bonitätssenkung eher noch höher ausgefallen, hieß es. Denn der Rettungsschirm könne weder den Schuldenberg verkleinern, noch die schwachen Konjunkturaussichten verbessern. Irland braucht schätzungsweise 85 Milliarden Euro von EU und IWF.
Unterdessen wird für den heutigen Mittwoch die Präsentation des Vier-Jahres-Plans der irischen Regierung in Dublin erwartet. Laut Plan sollen 15 Milliarden Euro bis 2014 eingespart werden, davon 6 Milliarden allein an öffentlichen Ausgaben im kommenden Jahr.
Der Vier-Jahres-Plan sei elementare Voraussetzung für die Hilfen aus dem Rettungsschirm, so Premierminister Brian Cowen. Dazu sei dann noch die Bestätigung des Parlaments am 7. Dezember notwendig.
Irland hat zudem eine weitere Maßnahme zur Rettung seines Bankensektors eingeleitet: Einem Bericht der Financial Times (FT) zufolge, will die Regierung ihren derzeit 36-prozentigen Anteil an der Bank of Ireland auf mindestens 50 Prozent erhöhen. Dazu soll ein Teil der zugesagten Hilfsgelder verwendet werden. Damit würde das letzte große Kreditinstitut Irlands in staatliche Hand übergehen. Eine vollständige Verstaatlichung wolle Dublin allerdings vermeiden, hieß es weiter.
Doch die Verhandlungen mit der EU und dem IWF laufen noch. Der Zeitung zufolge sollen so viele Mittel in den Bankensektor gepumpt werden, dass die Kernkapitalquote Tier 1 auf 12 Prozent gehoben werde.