
Vorletzte Woche zitterten die Anleger wie verschreckte Kaninchen vor einer drohenden Kürzung der Solarförderung in Deutschland und Frankreich. Bei dem Trubel ging jedoch völlig unter, dass die chinesische Regierung weitere Milliarden für die Solartechnik locker machen will. Erst im Laufe der letzten Woche sickerte die Nachricht allmählich auch zu den europäischen Medien durch. Während sich die allgemeine Jubelstimmung in Grenzen hielt, hatten Anleger, die in chinesischen Solarwerten investiert sind, umso mehr Grund zur Freude. Denn die Sache hat einen Haken: Es werden nur Unternehmen aus dem Reich der Mitte profitieren...
Ab 2013 will Peking die jährlich installierte Leistung auf mindestens ein Gigawatt ausweiten und damit den aktuellen Wert mehr als verdoppeln. Die Nachfrage soll durch zwei Subventionsprogramme angekurbelt werden - durch Großinstallationen, die als "Demonstrationsprojekte" deklariert sind und durch einen speziellen Plan zur Errichtung von Solardächern. Nach Angaben des Finanzministeriums sollen die Zulieferfirmen mindestens 50 Prozent ihrer Materialkosten erstattet bekommen. Hinzu kommt noch eine Extra-Förderung von 4 bis 6 Yuan (0,45 bis 0,68 Euro) pro Watt. Auf diese Weise will die chinesische Regierung auch entlegene Gebiete des Riesenreichs mit Energie versorgen, die bislang keinen Zugang zum Stromnetz haben.
Zumindest ein Profiteur der chinesischen Fördermaßnahmen steht schon fest: Yingli Green Energy. Im Rahmen des "Golden Sun"-Programms sind derzeit Großprojekte mit einer Gesamtleistung von 272 Megawatt geplant. Yingli wurde letzte Woche als Hauptlieferant auserkoren - etwa 70 Prozent aller Module sollen vom zweitgrößten chinesischen Solarunternehmen kommen.
Unterdessen hat Chinas Branchenprimus Suntech Power eine Prognose für 2011 vorgelegt, die eine rosige Zukunft prophezeit. Im nächsten Jahr soll der Absatz um 46 Prozent auf 2,2 bis 2,4 Gigawatt zulegen, was Suntechs weltweiten Marktanteil von derzeit 11 auf 13 Prozent vergrößern würde. Auch beim Umsatz wird ein Zuwachs von 30 Prozent auf 3,4 bis 3,6 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Zwar schwächelt Suntech immer noch bei der Bruttomarge, doch mittlerweile rechnet das Unternehmen damit, sie von derzeit 17 Prozent auf 20 bis 22 Prozent im nächsten Jahr steigern zu können. Für das laufende Geschäftsjahr geht Suntech von einem Umsatz zwischen 2,78 und 2,83 Milliarden US-Dollar aus, was einem Zuwachs von 64 Prozent entspräche. Insgesamt sollen dieses Jahr Solarprodukte mit einer Leistung von 1,5 Gigawatt verkauft werden.
LDK Solar hingegen konnte sich über ein neues Lieferabkommen mit der chinesischen Lu'an Group freuen. Ab Januar 2011 sollen innerhalb von zwei Jahren Solarwafer mit einer Gesamteistung von 120 Megawatt ausgeliefert werden. Darüber hinaus will der Auftraggeber von Januar 2011 bis Februar 2013 insgesamt 2.000 Tonnen Polysilizium abnehmen. Genaue Vertragdetails wurden jedoch nicht veröffentlicht.
Die im Solactive China Solar Index enthaltenen Einzelwerte sind:
Yingli Green Energy Holding
JA Solar Holdings
Canadian Solar
Trina Solar
Solarfun Power Holdings
ReneSola
China Sunergy
Suntech Power Holdings
LDK Solar
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