
Berlin (BoerseGo.de) - Der Axel Springer Verlag hat 2010 aufgrund seines boomenden Auslandsgeschäfts einen operativen Rekordgewinn eingefahren und damit die eigene Prognose übertroffen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Medienunternehmen weitere Umsatz- und Ergebnissteigerungen. "Auch 2011 werden unsere digitalen und internationalen Aktivitäten das Umsatz- und Ergebniswachstum treiben", sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am Mittwoch bei Vorlage der Bilanz. "Unsere starken inländischen Printmarken werden bei stabilen beziehungsweise marktbedingt leichten Umsatzrückgängen hochprofitabel bleiben."
2010 steigerte der Herausgeberverlag der Tageszeitungen Bild und Die Welt sein EBITDA um 53 Prozent auf 510,6 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 10,8 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. Damit erfüllte der MDax-Konzern die hohen Erwartungen der Analysten. Das Auslandsgeschäft trug mit mit einem Anteil von gut 28 Prozent 812,3 Millionen Euro zu dem Konzernumsatz bei. Maßgeblich für die höheren Einnahmen waren außerdem auch die Akquisitionen im digitalen Geschäft und die erweiterten Aktivitäten vor allem in Osteuropa.
Der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn wuchs um 85,5 Prozent auf 283,2 Millionen Euro. Die Aktionäre dürfen sich daher gleich über zwei gute Nachrichten freuen. Die Dividende soll um 40 Cent auf 4,80 Euro erhöht werden und zudem soll das Papier durch einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 3 attraktiver gemacht werden.
Neben dem Auslandsgeschäft ist ein zweites wesentliches Standbein das Online-Geschäft. Am heutigen Mittwoch teilte Springer auch hier eine weitere Akquisition mit. Der Konzern erwarb 74,9 Prozent an dem Herausgeber von Online-Prospekten und Mobile Couponing kaufDA. "Mit kaufDA beteiligen wir uns an dem vielversprechendsten Unternehmen in der Online-Vermarktung für den stationären Handel", sagte Springer-Chef Döpfner. Details über den Kaufpreis gab der Konzern jedoch nicht bekannt. Erst am gestrigen Dienstag teilte der Verlag zudem mit, dass er noch vor Ablauf der Angebotsfrist 74,2 Prozent an dem dem französischen Internet-Immobilienportal Seloger angedient bekommen hat. Das angehobene Kaufangebot lag bei 38,05 Euro je Aktie.