
Das Solactive Zertifikat schmierte die zweite Woche in Folge ab. Wie weit wird der Kurs noch fallen?
Das Solaktive Zertifikat ist in dieser Woche aus der Trading Range herausgefallen, die sich in den letzten Monaten herausgebildet hatte. Obwohl sich an der fundamentalen Verfassung des Solarmarkts nichts geändert hat, gerieten die Kurse der Unternehmen weltweit unter Druck, nachdem einige Analysten die Aussichten der Branche negativ beurteilt hatten. Als Argument musste auch diesmal wieder herhalten, dass in Italien und Deutschland die Solarförderung gekürzt wird. Dass mit den USA und China zwei große Wachstumsmärkte bereits mit den Hufen scharren, wurde dabei jedoch völlig übersehen. Sollte der Kurs des Solaktive Zertifikats zu Wochenbeginn weiter fallen, rückt die zentrale Unterstützung bei 5,40 Euro in den Fokus.
Darüber hinaus gab es letzte Woche wieder neue Quartalszahlen. Während Suntech Power insgesamt positiv überraschte, hatte Canadian Solar eine Enttäuschung parat.
"China ist erwacht." So lautet das knappe Fazit von Suntech Power zur aktuellen Lage des Weltmarkts. 2010 hat der chinesische Konzern den US-Rivalen First Solar als weltweit größten Produzenten von Solarmodulen abgelöst. Insgesamt setzte das Unternehmen im letzten Jahr Solarmodule mit einer Gesamtkapazität von 1,57 Gigawatt ab. Im vierten Quartal stieg der Umsatz dabei um 62 Prozent auf 945,1 Millionen US-Dollar, was über den Prognosen der Analysten lag. Dass sich der Nettogewinn im Jahresvergleich von 44 Millionen US-Dollar auf aktuell 383,4 Millionen US-Dollar vervielfachte, lag allerdings auch an den 250 Millionen US-Dollar, die aufgrund der Neubewertung von bestimmten Projekt-Investitionen hinzuaddiert wurden.
Allerdings enttäuschte Suntechs Bruttomarge, die im vierten Quartal auf 16,2 Prozent fiel. Da das Unternehmen mittlerweile auch seine Wafer selber herstellt, soll die durchschnittliche Marge in diesem Jahr jedoch wieder auf einen Wert zwischen 20 und 22 Prozent ansteigen. Dies wäre ein durchaus akzeptabler Wert, mit dem Suntech auch den befürchteten Rückgang der Verkaufspreise in diesem Jahr verkraften könnte. 2011 sollen Solarprodukte mit einer Gesamtleistung von 2,2 Gigawatt bei einem Umsatz zwischen 3,4 bis 3,6 Milliarden US-Dollar abgesetzt werden. Zudem will Suntech die Produktionskapazität im Bereich Solarzellen und Module bis Ende 2011 auf 2,4 Gigawatt erhöhen. Firmenchef Zhengrong Shi rechnet damit, dass die erwartete Absatzflaute in Europa von anderen Wachstumsmärkten kompensiert wird. In China wurden 2010 Solarpanels mit einer Leistung von etwa 600 Megawatt installiert. In diesem Jahr soll dieser Wert bereits auf 1 Gigawatt klettern und 2012 sogar 2 Gigawatt erreichen. Zudem schätzen Brancheninsider, dass sich auch der US-amerikanische Solarmarkt bis 2014 auf 4,5 bis 5,5 Gigawatt verzehnfachen könnte.
Obwohl Canadian Solar im vierten Quartal wieder in die Gewinnzone kam, enttäuschte das kanadische Unternehmen mit chinesischen Wurzeln: Der Nettogewinn von 25,5 Millionen US-Dollar fiel geringer aus als erwartet, obwohl der Umsatz mit einem Anstieg von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 452,7 Millionen US-Dollar positiv überraschte. Dass der Gewinn nicht so stark zulegen konnte, lag daran, dass die Bruttomarge gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent auf magere 17 Prozent zurückgegangen war. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer, denn Canadian Solar rechnet damit, dass die Marge im laufenden ersten Quartal nur noch zwischen 14 und 15 Prozent liegen soll. Zudem war im letzten Jahr Europa mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von knapp 80 Prozent der wichtigste Markt. Wenn in diesem Jahr die Verkaufspreise fallen sollten und es in Europa wirklich zu einer Absatzflaute kommt, hätte Canadian Solar schlechte Zukunftsaussichten.
Die im Solactive China Solar Index enthaltenen Einzelwerte sind:
Yingli Green Energy Holding
JA Solar Holdings
Canadian Solar
Trina Solar
Hanwha SolarOne
ReneSola
China Sunergy
Suntech Power Holdings
LDK Solar
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