
Von Hendrik Varnholt
Das Bundeskartellamt verdächtigt sieben Fernwärme-Versorger, ihren Kunden überhöhte Preise zu berechnen. Wie die Wettbewerbsbehörde mitteilte, erzielen die betroffenen Unternehmen in einigen Versorgungsgebieten Erlöse, die deutlich über dem Branchendurchschnitt liegen. Es bestehe deshalb ein begründeter Anfangsverdacht auf Preishöhenmissbrauch, berichtete das Bundeskartellamt weiter.
Die Behörde führt das Verfahren nach eigenen Angaben auch gegen Tochtergesellschaften der DAX-Konzerne E.ON und RWE. Sprecher der Unternehmen E.ON Hanse Wärme und RWE Energiedienstleistungen waren zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen. "Fernwärmekunden haben lediglich vor der erstmaligen Entscheidung für ein bestimmtes Heizsystem die Auswahl zwischen verschiedenen Versorgungswegen", begründete der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, die Untersuchung laut einer Mitteilung.
Die Wettbewerbshüter hatten die Erlöse der Fernwärme-Unternehmen als Teil einer Sektoruntersuchung für die Jahre 2007 und 2008 erhoben. Von den verdächtigen Versorgern und acht Vergleichsunternehmen will das Bundeskartellamt nun auch Daten aus den Jahren 2010 bis 2012 anfordern. Die Behörde wies darauf hin, dass die Bedingungen in den Versorgungsgebieten Unterschiede bei den Preisen und Erlösen unter Umständen rechtfertigen.
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March 07, 2013 05:02 ET (10:02 GMT)
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