
Der Kampf gegen die Mangelernährung in Ländern der Dritten Welt wird verstärkt: Auf einer internationalen Konferenz in London wurden am Samstag Neuzusagen in Höhe von 4,15 Milliarden US-Dollar (3,17 Milliarden Euro) gemacht. Sie sind Teil einer globalen Vereinbarung, die von Teilnehmern des Ernährungsgipfels "Nutrition for Growth" (Ernährung für Wachstum) unterzeichnet wurde.
Deutschland steuert bis zum Jahr 2020 zusätzliche 200 Millionen Euro für die Ernährungssicherung bei. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel bezeichnete es als einen "Skandal", dass weltweit rund zwei Milliarden Menschen mangelernährt seien. Ernährungssicherung sei eine "Querschnittsaufgabe" der deutschen Politik, sagte er.
Gipfel-Gastgeber Großbritannien erhöht seine Beiträge um
umgerechnet rund 440 Millionen Euro. Die Stiftung von Microsoft
Zuvor hatte Cameron bei der Bereitstellung von Geldern zur Hungerbekämpfung eine größere Steuertransparenz gefordert. Künftig müsse sichergestellt werden, dass Bürger und Regierungen in Empfängerländern auch tatsächlich die ihnen zustehenden Steuerabgaben internationaler Konzerne erhielten. Zugleich müssten die Regierungen offenlegen, wofür die Steuereinnahmen verwendet würden. "Wir brauchen eine Transparenz-Revolution", sagte Cameron. Großbritannien hat gegenwärtig den Vorsitz der G8, die in zehn Tagen in Nordirland ihr Gipfeltreffen abhält. Cameron will das Thema Steueroasen und Steuerumgehung auf dem Treffen zu einem Hauptthema machen.
Gates lobte im Anschluss an die Konferenz die Fortschritte, die in den vergangenen 20 Jahren bei der Bekämpfung der Unterernährung gemacht wurden. Es sei aber wichtig, dass Empfängerländer ein "gutes Steuerregime" hätten, sagte er der BBC. Später nahm Gates an einer großen Protestveranstaltung im Hyde Park teil, die von rund 200 Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchenvertretern organisiert worden war. Er lobte die Führungsrolle Großbritanniens bei der Hungerbekämpfung. "Wir haben jetzt die Chance, einen merkbaren Unterschied zu machen," sagte Gates.
Filmregisseur Danny Boyle erinnerte an die Olympischen Spiele vor einem Jahr, für deren Eröffnungszeremonie er verantwortlich war. Der Optimismus der Spiele und der Enthusiasmus der Athleten seien mit dem Hungertod von Millionen von Kindern in Teilnehmerländern unvereinbar. "Es ist ein Kampf, den wir gewinnen werden", sagte Boyle./aet/DP/zb
AXC0006 2013-06-09/12:07