
Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu hat die Pegida-Bewegung mit der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) verglichen. Beide hätten eine ähnliche "mittelalterliche" Geisteshaltung, sagte Davutoglu der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Mittwochausgabe).
"Als Terrorgruppen in Mossul Kirchen zerstörten, behaupteten sie, Mossul sei eine islamische Stadt und nur für Muslime; das ist aber nicht wahr. Durch die ganze Geschichte lebten dort Christen. Das ist dieselbe Logik wie die von Pegida, dass Deutschland nur den Christen gehöre", sagte Davutoglu. "Das ist doch eine mittelalterliche Mentalität."
Die Türkei sei "sehr besorgt über Pegida", denn die Bewegung wolle "eine exklusive christliche deutsche Gesellschaft", sagte Davutoglu der F.A.Z. "Das ist nicht nur eine Bedrohung für Türken und Muslime, sondern auch eine Bedrohung für Deutschland selbst". Wie nach der Wirtschaftskrise von 1929 werde wieder bei allem, was schieflaufe, die Schuld beim "Anderen" gesucht. "Das ist genau die Mentalität von Daesch (Islamischer Staat, IS). Ein vormoderner Name mag Daesch sein, ein moderner Name ist Pegida", sagte Davutoglu der F.A.Z. weiter.