
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Die Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die internationalen Politiker dazu aufgerufen, sich dem technologischen Wandel zu stellen und Maßnahmen zu ergreifen, um daraus mehr Nutzen für alle zu erzielen. "Wir müssen bedenken, dass dies ein anhaltender Prozess ist", sagte Lagarde in Berlin bei der "ESMT Open Lecture" zum Thema "Innovation, Technologie und Wachstum". Zwar gebe es keine "magische Formel", um sich auf den Wandel einzustellen. "Aber unsere Empfehlung als Ökonomen ist: Umarmt den technologischen Wandel."
Die Politiker müssten aber die Frage übermäßiger Ungleichheit angehen, forderte Lagarde. "Wir müssen dafür arbeiten, die Produktivität zu erhöhen und besser zu verteilen." Unter anderem sollten die Politiker dazu "mit Vertrauen führen" und die richtigen Signale geben. Dazu zählte die IWF-Chefin, "in die Zukunft zu investieren" und Wettbewerbshindernisse zu beseitigen, auch mit Blick auf die Kartellrechtsregeln, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu erhöhen und einen Zugang zur Finanzierung zu gewährleisten.
Auch müssten die Bilanzen von Unternehmen und Banken bereinigt werden, zum Beispiel von notleidenden Krediten. Entscheidend würden auch künftige Programme zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein. Der Wandel werde alle Wirtschaftsbereiche erfassen, sagte die Französin bei der Veranstaltung der ESMT European School of Management and Technology voraus. Der Schlüssel liege in der Mobilität. "Die Landschaft ändert sich, und die alte Art, die Dinge zu tun, muss neu durchdacht und neu erfunden werden."
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April 11, 2017 09:20 ET (13:20 GMT)
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