
Axel Ekkernkamp (Berlin-Greifswald), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Hartmut Siebert (Schwäbisch Hall), Generalsekretär von DGU und DGOU, Hans Zwipp (Dresden), ab 1. Januar 2009 Präsident der neuen, am 08.07.2008 gegründeten Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und Klaus-Peter Günther (Dresden), erster Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) diskutierten mit den ehemaligen Chefärzten aus Halle/Saale, Frankfurt/Oder, Cottbus, Lübben und Leipzig.
Wieland Otto, emeritierter Professor für Unfallchirurgie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bezeichnete es als "eine Gunst der Zeit, dass die medizinisch-ärztlichen Bemühungen um eine entscheidende Verbesserung der unfallchirurgischen Versorgung der Bevölkerung durch Einführung moderner Methoden, Techniken, Implantate und Instrumentensätze bis hin zur Gründung einer DDR-Sektion einer von der Schweiz ausgehenden internationalen Arbeitsgemeinschaft (AO International) in den späten 60er und den 70er Jahren zusammentrafen mit dem politischen Willen der Regierenden, auf diesem Gebiet eine grundlegende Veränderung im positiven Sinne herbeizuführen". Übereinstimmend wurde konstatiert, dass die Leistungen der Ärzteschaft, aber auch der Physiotherapeuten und Krankenpflegekräfte in Ostdeutschland angesichts von permanenten Engpässen, Mangel an Geld, Waren des täglichen Bedarfs und Arbeitsmaterialien nicht hoch genug geschätzt werden können.
"Die heute immer wieder angemahnte Empathie" war durchgängig vorhanden, sagt Prof. Dr. med. Dr. h.c. Axel Ekkernkamp, Gastgeber und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V.
Jürgen Probst (Murnau), langjähriger Generalsekretär der DGU und in den 90er Jahren Motor der Integration von Unfallchirurgen aus Ost und West, erklärte: "Nicht nur die chirurgischen Leistungen verdienen unseren Respekt. Allen Behinderungen und Bedrängungen zum Trotz hielten die Unfallchirurgen in der DDR auch die unsichtbare Flagge der Menschlichkeit und der Kollegialität aufrecht. Ohne diese wäre die Wiederherstellung der Einheit in diesem so wichtigen Bereich schwerlich so rasch, so erfolgreich und so atraumatisch gelungen, wie sie tatsächlich zustande gekommen ist". Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft "Geschichte der Unfallchirurgie" war Probst Initiator einer Publikation, die auf intensiver Recherche in den Archiven der Kliniken und unter Medizinern basiert. Unter Federführung der Unfallchirurgen Eberhard Markgraf (Jena), Wieland Otto (Halle) und Klaus Welz (Cottbus) sind "die Beiträge zur Geschichte der Unfallchirurgie in der DDR" entstanden, die gestern Abend erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnten.
Ekkernkamp dankte den Herausgebern und den zum Teil anwesenden Autoren für die akribische Arbeit und die hervorragende Dokumentation, auf die in Zukunft der deutschsprachige Raum zurückgreifen wird. Er sprach von Erkenntnisgewinn, Erinnerungen an schöne und auch schwierige Zeiten: "Manches Vorurteil ist nach der Lektüre nicht länger aufrechtzuerhalten, das Werk leistet einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der deutsch-deutschen Vergangenheit".
Das Werk "Beiträge zur Geschichte der Unfallchirurgie in der DDR" ist im Thieme-Verlag Stuttgart erschienen und kann unter www.thieme.de/fz/dgunfall bezogen werden.
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