
Untersuchungen in drei Tiermodellen belegen eine intensive Immunantwort und hohe Sicherheit für einen neuartigen intranasalen H5N1-Grippeimpfstoff. Das zeigen aktuelle präklinische Studiendaten, die das in Wien ansässige Unternehmen Avir Green Hills Biotechnology heute veröffentlicht hat. Die Studiendaten wurden soeben in PloS One (Public Libraray of Science) publiziert.
„Die intranasale Immunisierung mit unserem Impfstoffkandidaten ist geeignet, eine starke Immunantwort gegen H5N1 Viren hervorzurufen. Die Technologie, mit der wir den Impfstoff erzeugen, erweist sich einmal mehr als besonders erfolgreicher Weg für künftige Impfungen“, sagt Dr. Thomas Muster, Gründer und Vorstand von Avir Green Hills Biotechnology. Neben der intensiven Immunantwort zeigten die Untersuchungen im Tiermodell auch lang anhaltenden Schutz gegen verschiedene Varianten des Virus. „Unser Ansatz ist eine attraktive Alternative zu konventionellen Influenza-Impfstoffen. Klinische Prüfungen unserer pandemischen und saisonalen Vakzine-Kandidaten laufen bereits.”
Innovative Technologien für Herstellung und Verabreichung
Das von Avir Green Hills Biotechnology entwickelte Verfahren zur Entwicklung von Impfungen gegen unterschiedliche Influenza-Stämme hat gleich mehrere Besonderheiten gegenüber herkömmlichen Grippeimpfstoffen:
- Die Verabreichung als Nasenspray statt als Injektion in den Muskel hat den Vorteil, dass der Impfschutz direkt an der Eintrittspforte des Virus stimuliert wird. Die einfache Anwendbarkeit eines solches Sprays hat besonders auch im Pandemiefall enorme Vorteile, wenn unter Umständen zahlreiche Personen gleichzeitig geimpft werden müssen.
- Der neuartige Impfstoff kann eine wirkungsvolle Immunreaktion gegen verschiedenste Varianten des Influenza-Virus bewirken - mit herkömmlichen Impfstoffen ist das nur bedingt möglich. Diese so genannte Kreuzprotektivität ermöglicht auch einen Schutz gegen entfernt verwandte und bereits veränderte Stämme von Grippeviren.
- Avir Green Hills hat eine völlig neuartige Technologie entwickelt: Für den menschlichen Organismus erscheint der Impfstoff wie ein krankmachendes Grippevirus. Es kommt aber zu keiner Erkrankung, weil dem Impfstoff durch das vom Wiener Unternehmen entwickelte Verfahren der Pathogenitätsfaktor NS1 entnommen wurde. So entsteht der Impfstoff deltaFLU. Dieser stimuliert nach intranasaler Verabreichung eine starke Immunantwort und somit einen effektiven Schutz gegen Grippe. Diese Methode sorgt für höchste Sicherheit und gute Verträglichkeit.
- Eine schnelle, effiziente Methode zur Herstellung der Impfviren, die von Avir Green Hills entwickelte „Reverse Genetics“-Methode, ermöglicht es, innerhalb kürzester Zeit einen passenden Impfstamm gegen verschiedenste Grippeviren herzustellen - eine wichtige Voraussetzung für die rasche Impfstoffbereitstellung im Pandemiefall.
- Produziert werden die innovativen Impfstoffe von Avir Green Hills schließlich in Zellkulturen (Verozellen) - eine wesentlicher Vorteil gegenüber der herkömmlichen Produktion mithilfe bebrüteter Hühnereier.
„Mit dieser Fülle an Innovationen haben die Impfstoffe von Avir Green Hills das Potenzial, sich einen substanziellen Anteil des Impfmarktes zu sichern“, sagt Mag. Reinhard Zickler, Chief Legal Officer und Vorstand des Unternehmens.
Technologie auch für Schweinegrippe-Impfstoff geeignet
Von Bedeutung sind die aktuellen Studienergebnisse auch für die aktuelle H1N1-Pandemie (Schweinegrippe), betont Dr. Muster: „Unsere Technologie ist für jeden Influenza-Subtypus anwendbar - auch für die aktuelle ‚Neue Grippe‘. Der entsprechende Virusstamm, den wir auf Basis der Reverse-Genetics-Methode hergestellt haben, ist bereits fertig und für die Impfstoffproduktion geeignet.“ Als nächstes plant das Wiener Unternehmen noch im Sommer 2009 die präklinische Testung und danach den Start einer klinischen Studie zu diesem Impfstoffkandidaten.
Bereits im Herbst 2008 konnte Avir Green Hills Biotechnology eine klinische Phase I Studie zu seinem saisonalen H1N1-Impfstoff abschließen, die exzellente Resultate im Bezug auf Sicherheit und Immunantwort erbracht hat. Auch diese Ergebnisse werden in Kürze publiziert.
Exzellente klinische Daten zu Vogelgrippe-Impfstoff erwartet
Auch bei den im Vorjahr gestarteten Studien zum speziell für den Pandemiefall geeigneten intranasalen H5N1 Impfstoff vermeldet das Wiener Biotech-Unternehmen wichtige Fortschritte. In Wien und St. Petersburg laufen derzeit klinische Phase I Studien für einen Vogelgrippe-Impfstoff mit insgesamt 68 gesunden Probanden, die hervorragende Ergebnisse erwarten lassen. Der endgültige Studienbericht der russischen Untersuchung wird für Ende Juli des Jahres erwartet, die Daten aus der Wiener Studie sollen zu Jahresende 2009 vorliegen.
Über Avir Green Hills Biotechnology
Avir Green Hills Biotechnology AG beschäftigt derzeit 52 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Wien. Das 2002 gegründete Unternehmen ist der Spezialist in Europa für eine völlig neuartige Technologie zur Entwicklung und Herstellung von Influenza-Impfstoffen. Die Entwicklung wird von der Europäischen Union unterstützt. Die Labors von Avir Green Hills befinden sich auf der Veterinärmedizinischen Universität Wien.
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