
"Die mediale Darstellung des Umweltbundesamts kann zu missverständlichen und überzogenen Pauschalurteilen führen. Auch werden die Chancen dieser Technologie zu wenig berücksichtigt und keine neuen Erkenntnisse zu einzelnen möglichen Gefahrenpotenzialen aufgezeigt. Es gibt bereits zahlreiche etablierte Sicherheitsstandards und bewährte Produkte. Und gerade Umwelt und Gesundheit können von neuen Anwendungen und Produkten, die durch Nanotechnologie veredelt sind, sehr profitieren", sagt Prof. Dr. Uwe Hartmann, Inhaber des Lehrstuhls für Nanostrukturforschung an der Universität des Saarlandes und ehemaliges Mitglied des Gutachter- und Sachverständigenrates für Nanotechnologie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Sicherheit in der Verarbeitung und Nutzung der Nanotechnologie hat bereits seit über einem Jahrzehnt höchste Priorität - sowohl in Unternehmen als auch von Seiten der europäischen Behörden. Daher ist der durch die unglückliche Kommunikation des Umweltbundesamtes entstandene Eindruck, als sei Sicherheit ein neues Thema oder betreffe alle Anwendungen in gleichem Maße, mehr als kontraproduktiv. Nanotechnologie-Unternehmen haben ein immenses Interesse, dass diese Zukunftstechnologie verantwortlich angewendet wird - zahlreiche Initiativen wie "Nano-Safe" oder das EU-Projekt Nanocare bestätigen dies. Auch zum Thema Arbeitsschutz gibt es bereits eine Reihe vorsorgender Leitfäden, die in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und Berufsgenossenschaften erarbeitet wurden.
Das Umweltbundesamt würdigt zwar ausdrücklich Vorteile und gesellschaftlichen Nutzen, die sich durch Produkte, Anwendungen und Materialien der Nanotechnologie realisieren lassen. Nützlich sei Nanotechnologie beispielsweise in den Bereichen Klimaschutz, Energiespeicherung, Wasserfiltration und Materialeffizienz. Die zum Teil missverständliche Formulierung erweckt jedoch den Eindruck, als gäbe es in den wesentlichen Anwendungsgebieten nicht bereits strenge gesetzliche Vorschriften, die auch eingehalten werden.
Die forumnano-Mitglieder haben sich als erste Unternehmen in Deutschland und als erste mittelständische Initiative weltweit einer gemeinsamen Selbstverpflichtung in Bezug auf Sicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Nanotechnologie unterworfen, die zusammen mit der Royal Society, Wissenschaftlern und Umwelt-NGOs entworfen und diskutiert wurde ("Responsible Nano Code" - www.responsiblenanocode.org ). Derzeit wird hierfür ein Monitoring-System erarbeitet, das die Einhaltung des Codes überwacht.
forumnano hat auch bereits seit zwei Jahren ein Gütesiegel eingeführt, das sowohl die Qualifizierung als auch die Kennzeichnung von Nanomaterialien leistet. Die Vergabe stellt sicher, dass in dem Produkt Nanotechnologie enthalten ist und die Funktion verbessert. Außerdem verpflichten sich die Unternehmen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus, verantwortlich bei Produktion und Vertrieb zu handeln und für eine sichere Anwendbarkeit zu sorgen. Insofern hat dieses Siegel bereits die Forderungen des Hintergrundpapiers erfüllt. forumnano steht einer international einheitlichen Kennzeichnung von Produkten mit Nanotechnologie in ausgewählten Einzelbereichen, beispielsweise Lebensmittel und Kosmetik, positiv gegenüber.
forumnano arbeitet im Responsible Nanoforum auf europäischer Ebene zu kritischen Anwendungsfeldern und den Zukunftschancen der Nanotechnologe - unter anderem auch mit Greenpeace, dem amerikanischen Woodrow Wilson Institut und Verbraucherschützern. Um eine informierte Debatte für den Verbraucherschutz in Europa zu unterstützen, ist forumnano u.a. beteiligt an der Plattform Nano&Me, in der Fragen zur Nachhaltigkeit aus der Sicht der Verbraucher beantwortet werden ( www.nanoandme.org ).
forumnano ist eine Initiative mittelständischer Nanotech-Unternehmen. Wir fördern den Dialog über und die Praxis nachhaltiger Nanotechnologie. www.forumnano.org
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