
Das Problem liegt tiefer: Die Partei ist derzeit alles andere als "ein sympathischer Haufen von Freidenkern", wie sie Rainer Brüderle charakterisiert hat. Derzeit streitet dieser wenig sympathische Haufen von Parteidenkern darüber, wann man den offen angezählten Parteivorsitzenden am besten über Bord wirft. Möglichst früh, um im Bund noch eine Chance zu haben, oder möglichst spät, um sich eine Chance in Niedersachsen zu erhalten.
Die FDP braucht keine Personal-, sondern eine Programmdebatte. Die Partei muss klar machen, dass Liberalismus mehr bedeutet als Markthörigkeit. Dass Freiheit mehr ist als die Möglichkeit, in einem anderen Land weniger Steuern zu zahlen. Die FDP kann punkten, wenn sie erklärt, wie persönliche Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung zusammengehen können. In der Bildung, in der Arbeitswelt, im Internet. Hier gibt es genug Themen, die die FDP besetzen könnte. Christian Lindner und Wolfgang Kubicki haben diese Lücken in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein instinktiv erkannt und die Marke FDP emotional aufgeladen, während ihr Bundesparteichef gleichzeitig mit dem kalten Wort Wachstum vergeblich um Gefolgschaft der eigenen Leute buhlte.
Die FDP muss wieder ein liberales Lebensgefühl vermitteln lernen. Sonst macht sie sich überflüssig - unter wessen Führung auch immer.
Originaltext: Schwäbische Zeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/102275 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_102275.rss2
Pressekontakt: Schwäbische Zeitung Redaktion Telefon: 07561-80 100 redaktion@schwaebische-zeitung.de
© 2013 news aktuell