
Vielleicht auch nicht. Kein Marketing-Genie wäre in der Lage, ein Ereignis von solcher Strahlkraft zu organisieren. Die katholische Kirche versteht ihre großen Feste, ihre ur-alten Rituale zu feiern. Und der Nachfolger Petri bekleidet ein Amt, an dem alle Kritik - ob berechtigt oder oberflächlich billig - immer dann abprallt, wenn die Einzigartigkeit dieses Amtes aufleuchtet. Warum ist das so? Weil die Menschen spüren, dass sich da über zwei Jahrtausende hinweg etwas geheimnisvoll Zeitloses bewahrt hat.
Einzigartig war auch dieser Sonntag der vier Päpste - erstmals mit einem emeritierten Benedikt XVI. Er hat einen Markenkern der Kirche, das Weite, Umfassende des Katholischen symbolisiert. In Deutschland war es viele Jahre Gepflogenheit, dem "modernen" Johannes XXIII. den "reaktionären" Johannes Paul II. gegenüberzustellen. Dass Papst Franziskus beide am selben Tag zu Heiligen der Kirche erhoben hat, zeigt auch, was er von diesem Graben hält: gar nichts. Die deutschen Bischöfe haben übrigens in Rom weitgehend durch Abwesenheit geglänzt. Dabei hätten sie viel Gutes lernen können.
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