Hagen (ots) - Schreien möchte man auch - und zwar noch viel lauter als die etwa hundert Menschenfeinde in Clausnitz, die 15 Flüchtlinge in Angst und Schrecken versetzt haben. Erwachsene Männer, die Kinder zum Weinen gebracht haben. Schreien vor Wut über so viel Feigheit. Schreien vor Angst über so viel gefährliche Dummheit, wenn Bautzener Bürger sich unverhohlen freuen, dass ein Gebäude ihrer Stadt in Flammen aufgeht und wenn sie Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten behindern. Und das ausgerechnet im Land des Pisa-Primus Sachsen. Politische Bildung ist bei diesem Test offenbar niemals abgefragt worden. Noch in schlechter Erinnerung sind die Vorfälle des vergangenen Sommers in Heidenau, wo Rechtsextreme drei Tage lang vor einer Flüchtlingsunterkunft randalierten. Ohne, dass die Polizei etwas ausrichten konnte. Gelernt haben die Bürger seitdem aus diesen widerlichen Ereignissen offenbar nichts. Wie denn auch, wenn Polizisten in Clausnitz die Opfer der Brüllattacke, die Flüchtlinge, gewaltsam in ihre Unterkunft bringen, statt die Täter zu vertreiben? Wie denn auch, wenn die Politiker die Sorge der Bürger in der Flüchtlinskrise nicht ernst nehmen, wird mancher nun vermutlich fragen. Doch auch wenn in Berlin, Brüssel, Sachsen, Bayern und NRW Fehler gemacht werden mögen - das ist gewiss kein Grund für solche Entgleisungen. Mündige Bürger wehren sich anders. "Wir sind das Volk", haben die Pöbler von Clausnitz gerufen. "Seid ihr nicht", möchte man ihnen antworten angesichts des großen Engagements der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer. Und doch: Die Zahl der Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte hat sich bundesweit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, in NRW verachtfacht. Zeit also für einen Aufschrei.
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