
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
DEUTSCHE BÖRSE - Angesichts der vor dem Scheitern stehenden Fusion mit der London Stock Exchange kritisiert der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel das Management der Deutschen Börse: "Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Börse die politische Dimension der Fusion massiv unterschätzt haben", sagte der Fraktions- und Landesvorsitzende der Hessischen SPD. Von einer Börsenfusion seien stets auch hoheitliche Aufgaben und die Finanzmarktregulierung berührt. Ein Sprecher der Börse wollte den Vorwurf nicht kommentieren. (Handelsblatt S. 30)
BASF - Der Chemiekonzern BASF setzt trotz politischer Turbulenzen weiter auf seinen langjährigen russischen Geschäftspartner Gazprom. Konzernchef Kurt Bock traf in den letzten Tagen den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml, beide wollen die umstrittene Erweiterung der Ostseepipeline Nord Stream 2 - ungeachtet der politischen Widerstände innerhalb der EU. Die zusätzlichen Röhren, mit denen die Lieferkapazität für russisches Gas nach Europa auf jährlich 110 Milliarden Kubikmeter verdoppelt würde, seien ein rein wirtschaftliches Projekt und richteten sich gegen niemanden, sagte Putin nach dem Treffen. "Wir wollen die Beziehungen mit allen unseren Partnern fortsetzen, auch mit der Ukraine als Transitland", sagte er. Der Gasverbrauch in Europa wachse, zugleich gehe die Produktion zurück, Nord Stream 2 sei darauf die natürliche Antwort. (FAZ S. 19)
DAIMLER - Daimler-Chef Dieter Zetsche bringt an diesem Mittwoch eine Menge guter Nachrichten mit auf die Hauptversammlung: 153 Milliarden Euro Umsatz und 8,78 Milliarden Euro Gewinn sind Rekordwerte, die Marke Mercedes liegt wieder vor dem Rivalen BMW. Und mit 3,25 Euro je Aktie zahlt der Stuttgarter Autokonzern eine der höchsten Dividenden im DAX. Doch die Freude über die neue Stärke ist getrübt: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Daimler-Mitarbeiter wegen überhöhter Abgaswerte und Strafzahlungen wegen eines Lkw-Kartells beunruhigen die Aktionäre. So will die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), die viele Kleinanleger vertritt, dem Daimler-Vorstand auf der Hauptversammlung die Entlastung verweigern. (Handelsblatt S. 1)
ALLIANZ - Die zweieinhalb Jahre dauernde Schlammschlacht zwischen der kalifornischen Fondsgesellschaft Pimco und ihrem Gründer Bill Gross ist zu Ende. Pimco, eine Tochtergesellschaft des Münchener Versicherers Allianz, und Gross legten eine arbeitsrechtliche Klage des Starinvestors jetzt in einem außergerichtlichen Vergleich bei. Nach übereinstimmenden amerikanischen Medienberichten wird Pimco Gross im Rahmen dieses Vergleichs 81 Millionen US-Dollar wegen Vertragsbruchs zahlen. Der Milliardär will diese Summe für einen wohltätigen Zweck spenden. In einer gemeinsamen Erklärung gaben die einstigen Streitparteien auch Maßnahmen bekannt, mit denen das Vermächtnis von Gross bei Pimco bewahrt werden soll. (FAZ S. 22)
BERTELSMANN - Für die von Pearson zum Verkauf gestellte Beteiligung am Buchverlag Penguin Random House von 47 Prozent sucht Mitgesellschafter Bertelsmann einen Co-Investor. Bis zum Jahresende solle die Entscheidung fallen, sagte Finanzvorstand Bernd Hirsch in einem Interview. Eine Komplettübernahme komme nicht in Frage. (Börsen-Zeitung S. 7)
KFW - Die Pannenüberweisungen der Förderbank KfW waren größer als bislang bekannt: Ende Februar landeten insgesamt rund 7,6 Milliarden Euro zu Unrecht auf den Konten von vier Geschäftsbanken. Bislang war von bis zu 6 Milliarden Euro die Rede. Die KfW wollte sich zu der Summe nicht äußern. (Handelsblatt S. 1)
AURELIUS - Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius, in der Private-Equity-Branche mit einem recht rabiaten Ruf behaftet, ist jetzt selbst einem rauhen Vorgehen ausgesetzt. Der auf Leerverkäufe spezialisierte Hedgefonds Gotham City Research veröffentlichte eine überaus kritische Analyse und bewirkte so einen Kurssturz der Aktie. Gotham City wirft Aurelius unter anderem Ungereimtheiten in der Bilanzierung vor. Die Aktie sei nicht mehr als 8,56 Euro wert. Das Papier verbilligte sich am Dienstag zeitweise um knapp ein Drittel und lag am Nachmittag mit gut 49 Euro noch ein Viertel unter dem Vortagesniveau. (FAZ S. 19)
SOLARWORLD - Eine Pleite von Deutschlands taumelndem Photovoltaikprimus Solarworld ist nach Ansicht des Chefs des weltgrößten Solarmodulherstellers Trina Solar, Gao Jifan, unausweichlich. "Solarworld wird sterben. Die Frage ist nur, wann", sagte Gao. "Solarworld war arrogant. Gründer Frank Asbeck und die anderen Manager hielten sich selbst für die besten der Welt." (Handelsblatt S. 20)
KARSTADT - Die Warenhausgruppe Karstadt soll zu einem bunten Marktplatz werden. Der Geschäftsführungsvorsitzende Stephan Fanderl verfolgt eine neue Strategie: Künftig will er die Filialen auch für Drittanbieter aus dem Online- und dem stationären Handel öffnen. (FAZ S. 22)
GAZPROM - Der weltgrößte Gaskonzern Gazprom ordnet die Aktivitäten in Europa neu. Auf der Strecke bleibt ausgerechnet die bisherige Holding Gazprom Germania. Dort verliert jeder Zweite seinen Job. Auch Großhändler Wingas muss sich Moskau unterordnen. (Handelsblatt S. 16)
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March 29, 2017 00:26 ET (04:26 GMT)
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