
Denn alle, die sich wie Teile der Jungen Union lieber ein baldiges Ende der Ära Merkel und eine Neuaufstellung und Verjüngung der CDU wünschen, befürworten andere Modelle - wie etwa eine Minderheitsregierung. Von der versprechen sie sich wegen vermutlich begrenzter Haltbarkeit Neuwahlen in spätestens zwei Jahren.
Die Sozialdemokraten nehmen langsam Maß. Sie müssen den größten Sprung wagen. Wer jetzt - wie die Junge Union - ungeduldig aufs Tempo drückt und die Genossen bis Weihnachten zum Abschluss einer GroKo drängt, will das Gelingen verhindern. Denn die Entscheidung ist für die Sozialdemokraten keine einfache. Sie haben von der Erneuerung ihrer Partei in der Opposition geträumt. Sie werden Zeit brauchen, sich neu aufzustellen, nach Wegen der Erneuerung auch in der Regierung zu suchen und ihre Kernprojekte für eine weitere Legislatur als Juniorpartner festzulegen.
Angela Merkel weiß, dass mit dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen der Preis der SPD für eine Große Koalition gestiegen ist. Und sie ahnt, dass sie das in den eigenen Reihen auch wieder einige Überzeugungskraft kosten wird. Denn schon warnt Horst Seehofer, der SPD jetzt aber nicht alles zu versprechen, während die SPD sich gerade aussucht, welche Forderungen sie aufstellen wird. Da fahren im Moment zwei Züge aufeinander zu, was auch den nächsten Versuch einer Regierungsbildung nicht einfacher machen wird. Und nicht günstiger. Denn Große Koalitionen sind verlässlich, aber teuer - darauf dürfte es auch diesmal hinauslaufen.
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