Bielefeld (ots) - Großer Prognosekraft bedarf es nicht, um für die Wahl in Hessen zwei Dinge vorherzusagen: Erstens, dass CDU und SPD nach der Schlappe in Bayern erneut schwere Verluste werden hinnehmen müssen. Und zweitens, dass die AfD und vor allem die Grünen um Tarek Al-Wazir zu den großen Gewinnern zählen werden. Sonst aber? Das Rennen ist so knapp, dass ein einziger Prozentpunkt den Unterschied zwischen einer Neuauflage der schwarz-grünen Landesregierung (wenn auch mit deutlich veränderten Kräfteverhältnissen) und dem Platzen der Bundesregierung samt Demission der ewigen Kanzlerin Angela Merkel ausmachen kann. In der politischen Versuchsküche Hessen braut sich was zusammen. Ginge es in Hessen nur um Hessen, sähe die Sache wohl anders aus. Erstaunlich konstruktiv und nahezu geräuschlos hat Schwarz-Grün hier in den vergangenen fünf Jahren funktioniert. Die Spitzenleute vertrauen einander und haben keinen Zweifel daran gelassen, dass sie gern weiter zusammenarbeiten würden. Auch die wirtschaftlichen Rahmendaten passen. Allein: »Das interessiert niemanden«, wie CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier verzweifelt erklärt. Die Not ist so groß, dass man mit Unterstützung von Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sogar auf den Mitleidseffekt setzt - getreu dem Motto: Geht Bouffier baden, gerät die ganze Republik ins Schwimmen. Dabei droht Angela Merkel so oder so Ungemach. Verliert ihr Vertrauter das Amt des Ministerpräsidenten, gibt es keine Ausreden mehr. Bouffiers Niederlage wäre automatisch auch ihre Niederlage und ein Turbo für ihr politisches Ende. Geht es für die CDU dagegen etwas weniger schlecht aus als zwischenzeitlich erwartet, muss sich die Kanzlerin umso größere Sorgen machen, dass ihr die SPD als Koalitionspartner in Berlin von der Fahne geht. Reicht es für die SPD nach dem einstelligen Ergebnis in Bayern jetzt auch in ihrem einstigen Stammland Hessen nur noch für Platz 3 hinter den Grünen, dürften die GroKo-Gegner um Juso-Chef Kevin Kühnert kaum mehr zu stoppen sein. Und eine mehr als unglücklich agierende Andrea Nahles stünde nach einem halben Jahr im Amt schon wieder zur Disposition als SPD-Vorsitzende. Was jedoch für die SPD ebenso wenig etwas besser machte wie das Gerede von der »Erneuerung in der Opposition«, für die übrigens noch nie ein Beleg geliefert worden ist. Nimmt man den aufgeschobenen, aber keinesfalls aufgehobenen Machtkampf in der CSU dazu, sei deshalb auch diese Prognose gewagt: Ab Sonntag knallt's! In Hessen, München und in Berlin auch. Was folgt, ist unkalkulierbar. Noch. Was aber garantiert nicht folgt, ist, dass die Politik schnell in ruhigeres Fahrwasser zurückkommt. Viel wahrscheinlicher ist da schon, dass im kommenden Jahr noch eine Wahl mehr ansteht. Eine Bundestagswahl
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