
Man sollte aber der italienischen Regierung nicht einseitig die Rolle des Bösewichts zuweisen. Denn Italien wurde von den übrigen Europäern jahrelang mit dem Problem der Mittelmeerflüchtlinge alleingelassen. Das Stichwort dafür hieß Dublin 2 und kam den Binnenländern der EU wie zum Beispiel Deutschland sehr zupass. Dass Populisten diese Situation eines Tages ausnutzen würden, war nur eine Frage der Zeit. Auch das Schweigen und Nichtstun der übrigen EU-Staaten, die davon nicht direkt betroffen sind, verdient deshalb heftige Kritik.
Und schließlich müssen sich auch die Retter fragen lassen, warum sie die Menschen nicht in ein Land wie Tunesien bringen. Die einzige Demokratie in der arabischen Welt soll bald als sicheres Herkunftsland gelten. Der Kampf gegen Schlepper wird mit solchen Aktionen allein auch nicht gewonnen. Trotzdem bleibt der Einsatz der "Sea Watch"-Crew eine menschenfreundliche Tat, die unsere volle Unterstützung verdient.
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