
Die Schulden des südamerikanischen Landes seien inzwischen angesichts eines fallenden Wechselkurses und einer steigender Zinslast auf fast 90 Prozent der Wirtschaftsleistung angewachsen, erklärte der IWF. Um die Finanzsituation zu stabilisieren, müsste die Regierung die Ausgaben so drastisch zurückfahren, dass dies "weder wirtschaftlich noch politisch" möglich erscheine, hieß es beim IWF. Es wäre nicht der erste Schuldenschnitt Argentinien. Nach der schwersten Wirtschaftskrise des südamerikanischen Landes 2001/2002 hatten die meisten privaten Schuldner in den Folgejahren auf bis zu 70 Prozent ihrer Forderungen verzichtet.
Der IWF machte zunächst keine detaillierten Angaben dazu, wie Argentinien seine Schulden dieses Mal restrukturieren sollte, sondern sprach zunächst nur von einer "definitiven Schuldenoperation". Die privaten Gläubiger sollten dabei eng eingebunden werden, um eine möglichst hohe Beteiligung an der Restrukturierung zu erreichen. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa werde die Situation am Wochenende auf dem G-20 Finanzministertreffen in Saudi-Arabien mit dem argentinischen Ressortchef Martin Guzmán besprechen, hieß es weiter.
Argentinien befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise, die Landeswährung Peso hat zuletzt deutlich an Wert verloren. Die Regierung hat dem IWF zufolge bereits Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, die Rückzahlung ausstehender Schulden verzögert und das laufende Haushaltsdefizit durch die Zentralbank finanzieren lassen./jbz/DP/he
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