
Nicht berücksichtigt ist dabei allerdings der informelle Sektor, zu dem 57 Prozent der Arbeit in der zweitgrößten Wirtschaft Lateinamerikas gezählt wird. Da dieser sich staatlichen Regulierungen entzieht, lassen sich die Auswirkungen der Pandemie für ihn nicht statistisch feststellen. In dem nordamerikanischen Land mit rund 130 Millionen Einwohnern gibt es nach den neuesten Zahlen noch etwa 19,9 Millionen formelle Arbeitsplätze.
Der Nationale Rat für die Bewertung der Politik sozialer Entwicklung (Coneva) warnte am Montag, durch die Corona-Krise könnten in diesem Jahr mehr als zehn Millionen Menschen in Mexiko in die extreme Armut abrutschen. Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador hatte Anfang April die Schaffung von zwei Millionen neuen Arbeitsplätzen bis Ende des Jahres angekündigt, ohne Details zu nennen.
Mexiko befindet sich nach Einschätzung der Regierung derzeit in der schlimmsten Phase der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Bislang wurden 36 327 Infektionen und 3573 Todesfälle bestätigt - die tatsächlichen Zahlen dürften deutlich höher liegen. In Gegenden mit geringen Infektionszahlen sind erste Lockerungen ab kommendem Sonntag vorgesehen./aso/DP/he
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