
In Nordrhein-Westfalen demonstrierten Hunderte Menschen gegen die Corona-Beschränkungen - auch hier versammelten sich dabei nach Polizeiangaben meist deutlich weniger Demonstranten als von den Demo-Anmeldern erwartet. In Essen kamen rund 360 der ursprünglich 1000 angemeldeten Teilnehmer zu einer Demonstration zusammen, in Köln versammelten sich etwa 250 Demonstranten zu einer Menschenkette. Zunächst verliefen die Kundgebungen weitgehend störungsfrei, hieß es von den Einsatzkräften.
In Berlin war die Polizei mit rund 1100 Kräften im Einsatz, um Demonstrationen zu begleiten - sie hatte sich auf zahlreiche Proteste gegen die Corona-Einschränkungen sowie auf Gegendemonstrationen ein gestellt. Bei einer Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen am Großen Stern am Nachmittag waren zunächst nur vereinzelte Teilnehmer. Eine weitere Demonstration unter dem Motto "Heimat und Weltfrieden" am Mittag war nach Angaben der Polizei vom Veranstalter beendet worden, nachdem sich die Teilnehmer nicht an die Vorgaben gehalten hatten. Erlaubt waren nur 50 Teilnehmer, es seien aber wohl annäherend 100 gewesen, hieß es weiter.
Auch in Hessen gingen in mehreren Städten Menschen aus Protest gegen die Einschränkungen auf die Straße. Bei einer Demonstration in Frankfurt unter dem Motto "Hände weg vom Grundgesetz" zählte die Polizei mehrere Hundert Teilnehmer. Es habe auch einen Protest gegen diese Veranstaltung gegeben, der etwas kleiner gewesen sei. In Erfurt demonstrierten rund 40 Menschen friedlich gegen Einschränkungen von Grundrechten im Zuge der Corona-Pandemie demonstriert. Eine Gegenkundgebung lockte etwa 50 Teilnehmer an.
In Hannover kamen der Polizei zufolge am Samstag bis zum Nachmittag rund 130 Kritiker zusammen. Etwa 30 Menschen hätten sich spontan zu einer Gegendemonstration versammelt. Rund 170 Menschen gingen einer Polizeisprecherin zufolge am Nachmittag in Bremen unter dem Motto "Unsere im Grundgesetz verbrieften Grundrechte" auf die Straße. Knapp 150 Menschen demonstrierten dagegen. Der Sprecherin zufolge ist alles friedlich abgelaufen.
Die in Bayern angekündigten Demonstrationen gegen die Corona-Politik fielen buchstäblich ins Wasser. Auf der Münchner Theresienwiese fegte ein Gewittersturm über das Gelände, so dass sich die Veranstalter dazu entschlossen, ihre Protestaktion gegen abzusagen. Bis zu 1000 Menschen waren in der Landeshauptstadt zu der Demo erwartet worden. Auch in Nürnberg seien statt der angekündigten 500 Personen bei regnerischem Wetter nur einzelne "Versprengte" zu sehen gewesen, sagte ein Polizeisprecher./red/DP/stk
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