
Gleichzeitig handele es sich um völlig neue Arten von Impfstoffen wie mRNA-, DNA- und Virusvektorimpfstoffe. Deren Entwicklung sei technologisch hochkomplex und es gebe keine Erfahrungen mit einer massenhaften Anwendung. Bei einer Zulassung im Eilverfahren sei allenfalls eine Impfung besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen vertretbar. "Wenn man trotz der lückenhaften Datenlage flächendeckend impfen will, kommt das einem Großexperiment gleich", so Schmidt-Troschke.
Bei allen drei vor der Zulassung stehenden Impfungen lägen zudem "keine validen Aussagen darüber vor", ob sie die Risikogruppe der Alten und Schwerkranken in relevanter Weise schützen könnten. Auch sei nicht klar, ob jemand, der geimpft ist, das Virus trotzdem weiter übertragen und andere anstecken kann. Es sei wichtig, dass Impfwillige gründlich und unabhängig über Nutzen und Risiken einer Impfung aufgeklärt würden, so Schmidt-Troschke. Mögliche Nebenwirkungen müssten zentral erfasst und beobachtet werden.
Grundrechte wie die Reisefreiheit oder der Zugang zu bestimmten Berufen dürfen außerdem nicht an eine Impfung geknüpft werden.
© 2020 dts Nachrichtenagentur