
In einer weiteren Entschließung fordert die Laienvertretung Kardinal Woelki sowie alle amtierenden und ehemaligen leitenden Geistlichen mit Personalverantwortung im Erzbistum zu persönlichen Konsequenzen aus etwaigen Pflichtverletzungen und Verfehlungen im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs auf. "Übernehmen Sie Verantwortung, und verzögern Sie die Entscheidung darüber nicht länger auf die Klärung juristischer Fragestellungen nach Aktenlage. Warten Sie nicht, bis Rom entscheidet oder bis Rechtsgutachter Ihnen sagen, was Sie falsch gemacht haben." Nach Jahren des Verschweigens und Leugnens erwarteten die Menschen im Erzbistum "endlich Klartext und konkrete Schritte der Verantwortung".
In scharfer Form kritisiert die Erklärung den "fragwürdigen Publikationsstopp" des Rechtsgutachtens der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl und die "Verengung auf juristische Streitfragen". Dadurch seien erneut die Opferperspektive und die Ebene der moralischen Verantwortung in den Hintergrund getreten. Genau darauf komme es aber jetzt an.
Neben der Herausgabe des Münchner Gutachtens "im Sinne der versprochenen Transparenz fordert der vom Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) geführte Diözesanrat von der Bistumsleitung zu einer Gewissensprüfung zum Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt auf. "Die wenigsten Antworten werden sie in den Akten finden." Einen Fragenkatalog der Laien an ihre Bistumsleitung im Stil eines Beichtspiegels dürfte es in dieser Form auch noch nicht gegeben haben.
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