
DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
TAGESTHEMA
Netflix ist im ersten Quartal mit knapp 4 Millionen neuen Abonnenten weit weniger stark gewachsen wie erwartet. Experten hatten 2 Millionen mehr an Neukunden geschätzt. Zudem prognostiziert der Streaming-Anbieter lediglich 1 Million Neuzugänge im laufenden Quartal, was der bisher niedrigste Zuwachs wäre. Netflix meldete 3,98 Millionen neue Abonnenten, ein Rückgang gegenüber 8,5 Millionen im Vorquartal und deutlich unter den 6 Millionen, die das Unternehmen vor drei Monaten prognostiziert hatte. Analysten hatten laut Factset 6,34 Millionen neue Abonnenten im ersten Quartal und 4,2 Millionen im zweiten Quartal. Der Streaming-Gigant berichtete außerdem über einen Gewinn von 1,7 Milliarden Dollar oder 3,75 Dollar pro Aktie. Die Erwartung lag laut Factset bei 2,98 Dollar pro Aktie. Der Umsatz stieg um 24,2 Prozent auf 7,16 Milliarden Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 7,14 Milliarden.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
In den USA veröffentlichen u.a. folgende Unternehmen Geschäftszahlen
13:00 Verizon Communications Inc, Ergebnis 1Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US 16:30 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen Energy Information Administration (EIA)
ÜBERSICHT INDIZES
INDEX Stand +/- % S&P-500-Indikation 4.126,50 -0,02% Nasdaq-100-Indikation 13.753,00 +0,03% Nikkei-225 28.523,16 -1,98% Hang-Seng-Index 28.608,01 -1,81% Kospi 3.172,70 -1,49% Schanghai-Composite 3.474,32 +0,04% S&P/ASX 200 6.969,60 -0,69%
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Die weltweit massiv zunehmenden Coronainfektionen schicken die Börsen auf Talfahrt. Es bahnt sich am Mittwoch der stärkste Tagesabsturz seit vier Wochen an. Während sich das Infektionsgeschehen in Europa zu beruhigen scheint, schlägt der Virus in anderen Region der Welt wieder härter zu. Dabei gerät vor allem Südostasien mit Indien in den Blick, wo die Fallzahlen rasant steigen. Die Hoffnung auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung gerate damit ins Wanken, heißt es. Dies gelte umso mehr, weil neue Lockdowns und Restriktionen geplant seien, um die Pandemie einzudämmen - so zum Beispiel im Großraum Tokio und Osaka in Japan. Auch die Impfkampagnen laufen mancherorts sehr schleppend, während diese in Europa gerade Fahrt aufnehmen. Mit den wieder aufgeflammten Coronasorgen steigt der Yen als vermeintlich sicherer Hafen in schweren Zeiten gegenüber seinen Vortagestiefs deutlich an und belastet den japanischen Aktienmarkt. Der Nikkei-225 zählt wie schon am Vortag zu den schwächsten Börsen der Region. Toshiba sinken um weitere 4 Prozent - die geplante Übernahme durch CVC wird immer fraglicher. Laut Berichten verliert CVC das Interesse an der Transaktion und will zurücktreten. In China geht es vor allem in Hongkong, wo mehr ausländische Anleger handeln, steil bergab. Händler vermuten in Schanghai Stützungskäufe durch Investmentfonds. Anta Sports um 7 Prozent ein, der Mehrheitsaktionär hat größere Mengen an Titeln am Markt verkauft. In Südkorea baut der Kospi die Verluste deutlich aus. Technologie- und Internetwerte präsentieren sich schwach. In Australien stützen selbst positive Daten nicht.
US-NACHBÖRSE
Mit Netflix ist ein Gewinner der Coronapandemie gehörig unter die Räder geraten. Der Kurs stürzte um 8,8 Prozent ab - belastet vom schwachen Kundenzuwachs. Die eigentlichen Geschäftszahlen spielten bei der Kursfindung keine Rolle. Intuitive Surgical legten dagegen 3,9 Prozent zu. Das Medizintechnikunternehmen toppte im abgelaufenen Quartal die Marktschätzungen gewinn- wie auch umsatzseitig zum Teil recht klar. CSX gaben indes um 1,5 Prozent nach. Die Eisenbahngesellschaft verfehlte in der zurückliegenden Periode die Schätzungen. Vor allem der gesunkene Umsatz in einer Phase der Konjunkturerholung sorgte für lange Gesichter.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 33.821,30 -0,75 -256,33 10,50 S&P-500 4.134,94 -0,68 -28,32 10,09 Nasdaq-Comp. 13.786,27 -0,92 -128,50 6,97 Nasdaq-100 13.809,30 -0,71 -98,37 7,15 Vortag Umsatz NYSE (Aktien) 879 Mio 856 Mio Gewinner 877 1.099 Verlierer 2.440 2.191 Unverändert 123 154
Schwach - Marktteilnehmer sprachen von fortgesetzten Gewinnmitnahmen nach der wochenlangen Rekordjagd. Zugleich habe die Quartalsberichtsaison Fahrt aufgenommen und hier seien die Erwartungen hoch. Deshalb agierten viele Anleger trotz vielfach guter Unternehmensergebnisse zunächst eher abwartend. Insbesondere Geschäftszahlen bewegten die Kurse. IBM (+3,8%) überraschte positiv mit Umsatz und Gewinn, während United Airlines (-8,5%) noch tiefer in die roten Zahlen flog als erwartet. Johnson & Johnson (+2,3%) steigerte den Gewinn dank seines Covid-19-Impfstoffs zwar, der Kurs legte aber erst zu, nachdem die europäischen Arzneimittelaufsicht am Nachmittag mitgeteilt hatte, dass der Impfstoff in Europa wie geplant verbreicht werden darf. Philip Morris (+2,5%) wartete mit überzeugenden Zahlen auf und erhöhte den Ausblick. Ein Bericht vom Vortag, wonach die US-Regierung erwägt, den Tabakkonzernen geringere Nikotingehalte in Zigaretten vorzuschreiben, wurde dadurch in den Hintergrund gedrängt. Nicht so bei Altria, die um weitere 3,9 Prozent nachgaben. Procter & Gamble (+0,8%) hatte ebenfalls überraschend gute Zahlen vorgelegt und zudem Preiserhöhungen angekündigt. Bei Abbott (-3,6%) enttäuschte die Gewinnprognose, die unter dem Analystenkonsens liegt. Boeing (-4,1%) litten laut Händlern unter dem überraschenden Weggang des Finanzchefs. Bei Apple (-1,3%) setzte die Vorstellung neuer Produkte keine Akzente.
US-ANLEIHEN
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD 2 Jahre 0,15 -1,2 0,16 3,2 5 Jahre 0,79 -3,4 0,83 43,3 7 Jahre 1,23 -4,0 1,27 58,6 10 Jahre 1,56 -3,9 1,60 64,4 30 Jahre 2,26 -3,6 2,30 61,4
Die Renditen setzten die jüngste Abwärtstendenz dynamisch fort. Die Anleihen dürften von der Suche nach Sicherheit und Umschichtungen aus Aktien profitiert haben, so Beobachter.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Di, 9:17h % YTD EUR/USD 1,2031 -0,0% 1,2035 1,2070 -1,5% EUR/JPY 129,95 -0,1% 130,07 130,89 +3,1% EUR/GBP 0,8637 +0,0% 0,8635 0,8620 -3,3% GBP/USD 1,3930 -0,1% 1,3938 1,4002 +1,9% USD/JPY 108,01 -0,1% 108,08 108,44 +4,6% USD/KRW 1117,42 -0,0% 1117,46 1112,12 +2,9% USD/CNY 6,4985 -0,0% 6,4995 6,4988 -0,4% USD/CNH 6,4971 -0,0% 6,4993 6,4953 -0,1% USD/HKD 7,7617 +0,0% 7,7615 7,7660 +0,1% AUD/USD 0,7716 -0,1% 0,7726 0,7808 +0,2% NZD/USD 0,7174 +0,0% 0,7171 0,7224 -0,2% Bitcoin BTC/USD 55.405,73 -2,8% 57.010,52 54.233,40 +90,7%
Der Dollar konnte einen Teil der Verluste vom Montag wieder aufholen, wird derzeit aber übergeordnet in Schach gehalten von sinkenden Renditen am US-Anleihemarkt. Die ING-Devisenanalysten sehen die Attraktivität des Dollar auf breiter Front schwinden, auch weil die US-Konjunkturerholung längst eingepreist sei. Der Dollar-Index gewann 0,1 Prozent.
Am Morgen steigt vor allem der japanische Yen gegenüber seinen Vortagestiefs deutlich an. Die Währung wird als Fluchthafen in schwierigen Zeiten geschätzt. In Asien nehmen die Coronainfektionen deutlich zu.
++++ ROHSTOFFE +++++
ÖL
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 62,20 62,67 -0,8% -0,47 +27,9% Brent/ICE 66,14 66,57 -0,6% -0,43 +28,2%
Um bis zu 1,2 Prozent abwärts ging es mit den Ölpreisen. Als belastend wurde ein Bericht gewertet, wonach die US-Wettbewerbsbehörde gegen die Opec vorgehen könnte wegen der gemeinschaftlich beschlossenen Ölförderkürzungen. Wenngleich völlig unklar sei, ob dies zu etwas führen werde, zeige der Schritt, dass man sich mit dem Thema Förderkürzungen befasse, das in der Konsequenz den US-Verbrauchern höhere Preise beschert habe. Daneben wurde auf die andauernden Verhandlungen mit Iran verwiesen, die im Endeffekt dazu führen könnten, dass das Land wieder mehr Öl auf dem Weltmarkt anbieten kann.
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.783,22 1.778,00 +0,3% +5,22 -6,0% Silber (Spot) 25,92 25,88 +0,2% +0,04 -1,8% Platin (Spot) 1.193,50 1.190,70 +0,2% +2,80 +11,5% Kupfer-Future 4,23 4,21 +0,3% +0,01 +20,0%
MELDUNGEN SEIT DINESTAG 20.00 UHR
WELTKLIMAPOLITIK
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
April 21, 2021 01:38 ET (05:38 GMT)
DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien -2-
Chinas Staatschef Xi Jinping wird in dieser Woche an dem von US-Präsident Joe Biden ausgerichteten Klimagipfel teilnehmen. Xi werde bei dem virtuellen Gipfel eine "wichtige Rede" halten, kündigte das chinesische Außenministerium am Mittwoch in Peking an. Zu dem zweitägigen Gipfel, der am Donnerstag beginnt, hat Biden rund 40 Staats- und Regierungschefs eingeladen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin beteiligen sich.
ROHÖLVORRÄTE USA
Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der zurückliegenden Woche überraschend um 0,4 Millionen Barrel gestiegen, wie aus Daten des privaten American Petroleum Institute (API) hervorgeht. Die Benzinbestände verringerten sich um 1,6 Millionen Barrel. Für die offiziellen Daten am Mittwoch erwarten Volkswirte beim Rohöl eine Abnahme von 2,4 Millionen und bei Benzin ein Plus von 0,1 Millionen Barrel.
INFLATION NEUSEELAND
1Q Verbraucherpreise +0,8% (PROGNOSE: +0,8%) gg Vorquartal
1Q Verbraucherpreise +1,5% (PROGNOSE: +1,4%) gg Vorjahr
APPLE
hat weitere Geräte vorgestellt, die mit dem von dem Konzern selbst entwickelten M1-Chip ausgestattet sind. So präsentierte Apple eine neue Version seines Desktop-Rechners iMac und ein neues iPad Pro.
BHP
Der Bergbaukonzern hat im dritten Geschäftsquartal wegen widriger Wetterbedingungen 4 Prozent weniger Eisenerz gefördert. Für die ersten neun Monate per Ende März ergibt sich noch ein Plus von 4 Prozent auf 188,3 Millionen Tonnen. Für das Geschäftsjahr 2020/21 rechnet BHP weiter mit einer Eisenerzproduktion von 245 Millionen bis 255 Millionen Tonnen, wobei voraussichtlich nun die obere Hälfte der Bandbreite erreicht werden soll. Die Kupferproduktion sieht der Konzern trotz eines Rückgangs im Quartal um 9 Prozent im Geschäftsjahr nun höher.
Die brasilianisch Tochter Samarco Mineracao hat indes in den USA Antrag auf Eröffnung eines Gläubigerschutzverfahrens gestellt. Das Unternehmen hatte Anfang des Monats ein ähnliches Verfahren in Brasilien wegen Gläubigerklagen eingeleitet.
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DJG/gos/flf
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April 21, 2021 01:38 ET (05:38 GMT)
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