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HEIDELBERG (dpa-AFX) - Deutschlands Schulen haben noch große Defizite beim schnellen Internet. Wie aus einer Erhebung des Vergleichsportals Verivox für die 16 deutschen Landeshauptstädte und Stadtstaaten hervorgeht, hat nur jede zweite Schule (51 Prozent) dort einen reinen Glasfaseranschluss und verfügt damit über Zugang zum sehr schnellen Internet. Berücksichtigt wurden insgesamt rund 2400 allgemeinbildende Schulen in öffentlicher Hand. Schlusslichter in dem Ranking waren Berlin und Potsdam, wo den Angaben zufolge keine einzige Schule Glasfaser-Zugang über die besonders gute "Fiber to the Home"-Anschlussart (FTTH) hat.
Verivox-Experte Jens-Uwe Theumer nannte die aktuelle Digitalstruktur an deutschen Schulen "ernüchternd". "Das gilt auch für die fehlende technische Standardisierung", sagte er. "Im Zweifel entscheidet jede Schule selbstständig über die eingesetzten Tools." Hierbei zeige sich "sehr deutlich ein Nachteil der föderalen Struktur" in Deutschland.
Die Situation ist unterschiedlich. So stehen drei norddeutsche Städte relativ gut da: In Hamburg sind den Angaben zufolge alle allgemeinbildenden Schulen mit FTTH an das Internet angeschlossen, in Bremen sind es 98 Prozent und in Kiel 90 Prozent. Auch in München sieht es mit 96 Prozent gut aus, in Mainz und Stuttgart sind es mehr als 70 Prozent. Düsseldorf kommt auf 62 Prozent, Wiesbaden auf 59 Prozent. Kein gutes Zeugnis ist die Statistik für Hannover mit acht Prozent und Saarbrücken mit drei Prozent (zwei Schulen mit FTTH von 58)./wdw/DP/zb