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DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
WIRTSCHAFTSPRÜFER - Für die deutschen Wirtschaftsprüfer lief 2020 durchwachsen. Corona bremste die Beratungsgeschäfte, der Wirecard-Skandal kratzt am Image der Abschlussprüfer insgesamt. Für 2021 erwarten die Prüfer auch lediglich ein Plus von 4 Prozent, während die reinen Beratungsgesellschaften mit 10 Prozent mehr Geschäft rechnen. (Handelsblatt)
KLIMASCHUTZ - Mit dem von der Bundesregierung geplanten Klimaschutzgesetz kommen auf die Wirtschaft große Anstrengungen zu - bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln kommt nun zu dem Schluss, dass sich strengere Klimaschutzziele wirtschaftlich sogar lohnen können. Die Autoren Sarah Fluchs und Andreas Fischer argumentieren, dass Investitionen in grüne Technologien langfristig günstiger sind, als diese weiter aufzuschieben. (Handelsblatt)
KEROSINSTEUER - Die Europäische Kommission erwägt offenbar, eine Steuer auf Flugbenzin einzuführen. Dies geht aus Entwürfen für das sogenannte "Fit for 55"-Programm vor, das sie am 14. Juli vorstellen will und in dem sie definiert, mit welchen einzelnen Schritten die Europäische Union ihre Klimaziele erreichen will. Für das Jahr 2030 strebt sie eine Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen von 55 Prozent an. (Süddeutsche Zeitung)
MIETE - Verdi-Chef Frank Werneke hält auf dem Wohnungsmarkt eine stärkere Rekommunalisierung für unabdingbar. "Die Miete ist der Brotpreis des 21. Jahrhunderts; und die Schaffung von Wohneigentum ist für Menschen mit normalen Einkommen praktisch unmöglich", sagte der Gewerkschafter im Interview. "Das hat enorme Sprengkraft." Deshalb müsse verstärkt gebaut werden, es brauche mehr Sozialwohnungen mit einer längeren Bindung, und für Regionen mit galoppierenden Preisen müsse ein Bundesgesetz auch einen Mitpreisdeckel ermöglichen. (Handelsblatt)
EU-TAXONOMIE - Die mögliche Einstufung der Atomenergie als "nachhaltig" sorgt in der EU erneut für Diskussionen. In einem Brief an die Europäische Kommission warnten jetzt Bundesumweltministerin Svenja Schulze sowie ihre Ministerkollegen aus Österreich, Dänemark, Luxemburg und Spanien vor schwerwiegenden Folgen einer solchen Einstufung für das Klassifizierungssystem für nachhaltige Investitionen (Taxonomie), das in Europa derzeit aufgebaut wird. Viele Sparer und Anleger würden das Vertrauen in als "nachhaltig" vermarktete Finanzprodukte verlieren, wenn sie befürchten müssten, mit dem Kauf dieser Produkte Aktivitäten im Bereich der Kernenergie zu finanzieren, warnten die Minister. (Börsen-Zeitung)
DMA - Der von der EU-Kommission vorgeschlagene neue Gesetzesrahmen für die Digitalwirtschaft (Digital Markets Act - DMA) sollte nach Ansicht der Monopolkommission an verschiedenen Stellen noch einmal nachgebessert werden. In einem neuen Policy-Brief verweist die Kommission vor allem darauf, dass der DMA auf digitale Plattformen abzielt, die über eine sogenannte Gatekeeper-Position verfügen. Die Vorschläge träfen aber nicht zielsicher genug digitale Ökosysteme, von denen eine besondere Gefährdung für den Wettbewerb ausgehe, hieß es. Ökosysteme bieten eine Reihe von miteinander kompatiblen, sich gegenseitig verstärkenden Produkten oder Dienstleistungen. (Börsen-Zeitung)
ESMA - Der seit längerem schwelende Streit um die Neubesetzung des Chefpostens bei der EU-Börsenaufsichtsbehörde ESMA in Paris eskaliert. Nun beschwert sich die ESMA darüber, dass das Amt noch nicht wieder besetzt ist, obwohl die zuständigen Gremien der Behörde im November 2020 eine Shortlist möglicher Kandidaten veröffentlicht hat und die Amtszeit des alten Chefs Steven Maijoor am 31. März abgelaufen ist. In einem Brandbrief an den zuständigen amtierenden EU-Ratsvorsitzenden, den slowenischen Finanzminister Andrej Šircelj, beschwert sich Anneli Tuominen, die Chefin der finnischen Finanzaufsicht, die derzeit kommissarisch an der ESMA-Spitze steht, dass die EU-Staaten immer noch nicht über die Personalie entschieden haben. (FAZ)
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July 06, 2021 01:10 ET (05:10 GMT)
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