DJ Banken-Tarifverhandlungen abgebrochen - Verdi: Zeichen auf Streik
BERLIN (Dow Jones)--Die Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe mit der Gewerkschaft Verdi sind nach Angaben der Arbeitgeberseite in der dritten Runde überraschend bereits nach einer Stunde abgebrochen worden. Die Gewerkschaft nannte das Angebot der Arbeitgeber inakzeptabel, daher stünden die Zeichen jetzt auf Streik.
Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes teilte mit, Verdi sei nicht zu weiteren Gesprächen bereit gewesen, obwohl die Arbeitgeber umfassende Angebote vorgelegt hätten. "Wir reichen den Gewerkschaften zu allen wichtigen Themen der Tarifagenda die Hand. Auch wenn uns heute noch kein Durchbruch für ein tragfähiges Gesamtpaket gelungen ist, bleiben wir gesprächsbereit für den weiteren Verhandlungsverlauf", sagte die Verhandlungsführerin der Banken-Arbeitgeber, Sabine Schmittroth.
Aus Sicht der Gewerkschaft führt das Gehaltsangebot zu einem Gehaltsverlust für die Beschäftigten. Bei einer mittleren Inflationserwartung von zwei bis zweieinhalb Prozent sei der Reallohnverlust vorprogrammiert. Konkret hätten die privaten Arbeitgeber in der dritten Runde 1,2 Prozent ab April 2022, 1,0 Prozent ab April 2023 und 1 Prozent ab April 2024 angeboten.
"Bei einer Laufzeit von 36 Monaten und neun Nullmonaten wäre das weniger als ein Prozent pro Jahr. Das ist ein unverschämtes Angebot", warf Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck der Arbeitgeberseite vor. Die Beschäftigten würden nun entsprechend reagieren. "Wir gehen daher von baldigen bundesweiten Warnstreiks aus," sagte er.
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September 24, 2021 10:03 ET (14:03 GMT)
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