
LONDON (dpa-AFX) - Private Cannabis-Kliniken werden laut einem Bericht der BBC bei Menschen mit chronischen Schmerzen und psychischen Erkrankungen wie Angstzuständen und Depressionen immer beliebter.
Der Bericht nannte als Beispiel eine Klinik für medizinisches Cannabis in Westminster, Mamedica, wo die Zahl der Patienten von nur 250 auf 2.750 im Jahr 2023 stieg.
Der CEO der Klinik, Jon Robson, erklärte, dass "eine große Anzahl von Patienten, die nicht nur vom illegalen Markt zu uns wechseln, sondern auch, weil sie die Behandlungen, die der NHS anbieten kann, nicht als ausreichend für ihre Erkrankungen empfinden".
Cannabisprodukte wurden 2018 in Großbritannien legalisiert, nachdem eine Kampagne für medizinisches Cannabis für Kinder mit schwerer Epilepsie gestartet worden war. Es erlaubte nur dem NHS oder privaten Fachärzten, das Medikament zu verschreiben.
Ein Bericht der BBC aus dem Jahr 2023 ergab jedoch, dass bisher weniger als fünf NHS-Patienten das Medikament erhalten haben, was die Menschen dazu zwingt, sich an private Spezialisten zu wenden, die die Medikamente zu hohen Kosten liefern.
Das T21-Projekt, das von der in London ansässigen Wohltätigkeitsorganisation Drug Science gegründet wurde, bietet Zugang zu medizinischen Cannabis-Kliniken zu einem ermäßigten Preis und sammelt die Daten der Nutzer, um die Auswirkungen des Medikaments im Auge zu behalten.
Der Epidemiologe Michael Lynskey, der die Forschung im Rahmen des Programms leitet, stellte fest, dass die Anzahl der Menschen, die sich dem Projekt anschließen, "relativ konstant" ist, was zu einer Beliebtheit bei Menschen führt, die nach medizinischen Cannabisprodukten suchen, insbesondere bei Patienten über 65 Jahren.
Lynskey wies darauf hin, dass bestimmte Menschen immer noch vom Kauf von Cannabis in Privatkliniken ausgeschlossen sind, da sie nicht in der Lage sind, die Kosten zu bezahlen.
In der Zwischenzeit führt das Ministerium für Gesundheit und Soziales weitere Forschungen durch, um die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis zu bestimmen. Darin heißt es: "Solange sich die Evidenzbasis nicht verbessert, werden die verschreibenden Ärzte bei der Verschreibung zurückhaltend bleiben, und der NHS kann keine Entscheidung über die routinemäßige Finanzierung treffen."
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