FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat es zum Auftakt in das neue Börsenjahr nur kurz frischen Schwung gegeben. Der Dax sprang am Donnerstag in den Anfangsminuten erstmals seit Mitte Dezember wieder die über die 20.000-Punkte-Marke, konnte sich dort aber nicht halten. Aussagekräftige Kurse wird es wohl auch erst in einigen Tagen geben, wenn mehr Investoren wieder ins Marktgeschehen eingreifen.
Nach einem 0,6 Prozent hohen Plus rutschte der Dax am Donnerstag bis zur Mittagszeit leicht ins Minus. Zuletzt gab der deutsche Leitindex um 0,12 Prozent auf 19.884,76 Punkte nach. Das bisherige Rekordhoch von Mitte Dezember behalten Anleger aber im Auge. Damals hatte die Jahresendrally mit einem Anstieg über die Marke von 20.500 Punkten ihren Höhepunkt erreicht.
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten hielt sich zur Mittagszeit mit 25.653,61 Punkten noch mit 0,25 Prozent im Plus. Laut Marktbeobachter Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets könnte im neuen Jahr die Zeit der Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe kommen. Er sieht in den hinteren Reihen "sehr viel Aufholpotenzial" auch wegen möglichem politischem Rückenwind aus Berlin.
Mit Blick auf den Gesamtmarkt erwähnte Molnar, dass die ersten Tage und Wochen eines neuen Börsenjahres in der Regel von Optimismus und Kapitalzuflüssen begleitet würden. Einen kritischen Zeitpunkt sehen Experten aber in der Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident, die am 20. Januar ansteht. Laut Marktbeobachter Andreas Lipkow "könnte sich die Zeit bis dahin wie ein Kaugummi ziehen".
Mit den anfänglichen Gewinnen überging der Dax schlechte Vorgaben aus China. Dort hat das neue Börsenjahr wegen trüber Konjunkturdaten enttäuschend begonnen. Chinas Wirtschaft habe die zahlreichen Probleme noch nicht überwunden, kommentierte Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners schwache Einkaufsmanagerindizes, die im Reich der Mitte veröffentlicht wurden.
Auf Unternehmensseite waren kursbewegende Nachrichten rar. Aus dem SDax konnte Mutares mit einer weiteren Übernahme aufwarten. Die Beteiligungsgesellschaft knüpfte mit dem Kauf des spanischen Industriedienstleisters Nervión an eine Serie von Transaktionen an. Anleger goutierten diesen Schritt mit einem fast sechs Prozent hohen Kursplus.
Im MDax führte Hellofresh das Feld an. Mit einem Kurssprung um 6,6 Prozent festigte die Aktie des Kochboxen-Lieferanten ihren Aufwärtstrend. Laut Börsenbrief-Autor Hans Bernecker könnte es den Kurs weiter antreiben, dass das Unternehmen mit neuen Schnellmahlzeiten in die Domäne der Fast-Food- und Tiefkühlanbieter vorstoßen wolle.
Eine Belastung für den Dax blieben Autowerte, für die nach einem schwachen Vorjahr keine Besserung in Sicht ist. Die Aktien des Zulieferers Continental sowie der Autobauer Porsche AG, Volkswagen, Mercedes -Benz und BMW versammelten sich mit Abgaben zwischen einem und drei Prozent allesamt hinten im deutschen Leitindex.
Im Automobilsektor bleiben die Blicke auf den wichtigen chinesischen Absatzmarkt gerichtet, für den enttäuschende Konjunkturdaten schlechte Nachrichten sind. Hinzu kam die Sorge vor dort weiter wachsender Konkurrenz, nachdem chinesische E-Autobauer Absatzzahlen bekannt gegeben und Steigerungen gemeldet hatten.
Gefragt waren im neuen Jahr Aktien aus dem Energiebereich, vor allem solche mit Fokus auf Erneuerbaren Energien. RWE legten im Dax fast zwei Prozent zu. Bei Nordex war das Plus im MDax 2,4 Prozent groß, mit angetrieben durch Auftragseingangs-Zahlen des Windkraft-Konkurrenten Vestas . Die 2024 sehr schwachen Aktien von SMA Solar zogen im SDax um fast sechs Prozent an./tih/mis
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
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