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MÄRKTE USA/Arbeitsmarktdaten und neue Zolldrohung sorgen für Verkäufe

DJ MÄRKTE USA/Arbeitsmarktdaten und neue Zolldrohung sorgen für Verkäufe

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Ein insgesamt robust ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitag Zinssenkungshoffnungen einen Dämpfer verliehen, worauf am Aktienmarkt die Kurse nach einem gut behaupteten Start ins Straucheln gerieten. Unter anderem sank die Arbeitslosenquote wider Erwarten leicht und die Stundenlöhne stiegen stärker als gedacht, womit das Thema Inflation wieder präsenter wurde. Das dürfte der Notenbank weitere Zinssenkungen erschweren, wobei diese ohnehin bereits in den Wartemodus gewechselt ist und erst sehen will, welche Auswirkungen die Trumpsche Zollpolitik auf Konjunktur und Inflation hat. Am Anleihemarkt zogen die Renditen entsprechend weiter an.

Auf die Stimmung für Aktien drückte auch, dass der Index der Uni Michigan für das Verbrauchervertrauen die Prognose klar verfehlte und die Inflationserwartung für das Jahr auf das höchste Niveau seit November 2023 stieg. Für Verkaufslaune sorgte aber vor allem auch eine Ankündigung von Donald Trump, in der kommenden Woche neue reziproke Zölle beschließen zu wollen. Trump sagte nicht, gegen wen sich diese richten sollen, sie seien aber gedacht, Zölle ausgleichen, die andere Länder auf US-Importe erhöben.

Der Dow-Jones-Index verlor in dieser Gemengelage 1,0 Prozent auf 44.303 Punkte, der S&P-500 gab um 0,9 Prozent nach, die als zinsreagibler geltenden Nasdaq-Indizes büßten bis 1,4 Prozent ein. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 754 (Donnerstag: 1.326) Kursgewinner, 2.034 (1.456) -verlierer und 58 (62) unveränderte Aktien.

Der Dollar zog mit den höheren Marktzinsen etwas an, der Euro fiel auf 1,0329 Dollar. Gold- und Ölpreise bewegten sich leicht nach oben, letztere, nachdem die USA Sanktionen gegen ein internationales Netzwerk verhängt haben, das den Transport von iranischem Rohöl nach China erleichtert. Dahinter steht der Versuch, den Druck auf Iran zu erhöhen.

Das Gold erreichte im Tagesverlauf mit fast 2.887 Dollar ein neues Rekordhoch. "Der Bullenmarkt für Gold dürfte sich unter Trump 2.0 fortsetzen, weil Handelskriege und geopolitische Spannungen den Trend zur Diversifizierung der Reserven und zum Abbau von Dollarbeständen verstärken", kommentierten die Analysten von Citi.

Amazon für Ausblick abgestraft - Insolvenzspekulation erschüttert Nikola

Amazon knickten um 4,1 Prozent ein. Der Online- und Cloud-Computing-Riese schnitt im vierten Quartal zwar besser ab als erwartet, enttäuschte aber mit dem Ausblick für das laufende erste Quartal. Zudem kündigte Amazon Rekordinvestitionen für den Ausbau von KI-Infrastruktur an.

Expedia schossen um 17,3 Prozent nach oben. Das Online-Reisebüro steigerte im vierten Quartal dank höherer Buchungen in allen Segmenten Gewinn und Umsatz stärker als erwartet.

Ein Kursdebakel erlebte die Aktie des Elektro-LKW-Bauers Nikola. Der Kurs stürzte um gut 41 Prozent ab. Laut dem Wall Street Journal steht das Unternehmen, das auch auf Wasserstoff-Technologie setzt, vor einem Konkursantrag und arbeitet mit Beratern zusammen, um Optionen zur Umstrukturierung seiner Schulden zu prüfen. Das Unternehmen war zeitweise an der Börse mehr wert war als Ford.

Take-Two Interactive Software machten einen Satz um 14,0 Prozent, Der Videospiele-Hersteller konnte seinen Quartalsverlust verringern und ist optimistisch für die Geschäftsentwicklung, zumal das wichtige Spiel "Grand Theft Auto VI" im Herbst erscheinen soll. Pinterest verteuerten sich sogar um 19,1 Prozent. Das Social-Media-Unternehmen hatte einen monatlichen Höchststand seiner Nutzer gemeldet.

Elf Beauty sackten um fast 20 Prozent ab. Der Hersteller preisgünstiger Kosmetik hatte die Jahresumsatzprognose gesenkt. Der Kreditanbieter Affirm übertraf mit seinen Quartalseinnahmen die Erwartungen klar, der Kurs sprang um 21,8 Prozent nach oben.

Canopy Growth brachen um knapp 28 Prozent ein, nachdem das Cannabisunternehmen mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen verfehlt hatte. Im Sog von Canopy fielen Tilray Brands um 5,7 Prozent.

=== 
INDEX         zuletzt    +/- %    absolut   +/- % YTD 
DJIA        44.303,40    -1,0%    -444,23     +4,1% 
S&P-500       6.025,99    -0,9%    -57,58     +2,5% 
Nasdaq-Comp.    19.523,40    -1,4%    -268,59     +1,1% 
Nasdaq-100     21.491,31    -1,3%    -282,76     +2,3% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit       Rendite   Bp zu VT  Rendite VT   +/-Bp YTD 
2 Jahre         4,29     +7,3     4,21      4,6 
5 Jahre         4,34     +6,5     4,27      -4,0 
7 Jahre         4,41     +5,8     4,35      -6,7 
10 Jahre         4,49     +4,7     4,44      -8,2 
30 Jahre         4,69     +5,3     4,64      -9,1 
 
DEVISEN        zuletzt    +/- % Fr, 8:14 Uhr Do, 17:19 Uhr  % YTD 
EUR/USD        1,0329    -0,5%    1,0377     1,0374  -0,3% 
EUR/JPY        156,27    -0,6%    157,58     157,51  -4,1% 
EUR/CHF        0,9394    -0,0%    0,9407     0,9386  +0,1% 
EUR/GBP        0,8324    -0,3%    0,8347     0,8342  +0,6% 
USD/JPY        151,29    -0,1%    151,86     151,83  -3,8% 
GBP/USD        1,2409    -0,2%    1,2432     1,2436  -0,8% 
USD/CNH (Offshore)   7,3040    +0,2%    7,2910     7,2887  -0,4% 
Bitcoin 
BTC/USD       95.958,70    -1,0%   96.953,65   97.403,70  +1,4% 
 
 
 
ROHOEL        zuletzt VT-Settlem.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex        70,96    70,61     +0,5%     +0,35  -0,4% 
Brent/ICE        74,66    74,29     +0,5%     +0,37  +0,3% 
GAS              VT-Settlem.           +/- EUR 
Dutch TTF        55,98    54,19     +3,3%     +1,79  +7,7% 
 
 
METALLE        zuletzt    Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)     2.861,84   2.856,20     +0,2%     +5,64  +9,1% 
Silber (Spot)      31,86    32,24     -1,2%     -0,38 +10,3% 
Platin (Spot)     973,88    990,40     -1,7%     -16,53  +7,4% 
Kupfer-Future      4,59     4,46     +3,0%     +0,13 +14,1% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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(END) Dow Jones Newswires

February 07, 2025 16:07 ET (21:07 GMT)

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