
DJ MIDDAY BRIEFING - Unternehmen und Märkte
Der Markt-Überblick am Mittag, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
AKTIEN- UND ANLEIHEMÄRKTE (12:41 Uhr)
INDEX Stand +- % +-% YtD E-Mini-Future S&P-500 5.989,25 -0,2% +0,9% E-Mini-Future Nasdaq-100 21.343,00 -0,4% +0,6% Euro-Stoxx-50 5.457,31 +0,1% +11,5% Stoxx-50 4.749,14 +0,5% +10,2% DAX 22.452,36 +0,1% +12,8% FTSE 8.690,83 +0,4% +6,6% CAC 8.094,83 +0,0% +9,7% Nikkei-225 38.237,79 -1,4% -4,2% EUREX Stand +/- Punkte +/- Punkte YtD Bund-Future 132,15 +0,32 -1,13
ROHSTOFFMÄRKTE
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 70,65 70,70 -0,1% -0,05 -0,3% Brent/ICE 74,63 74,78 -0,2% -0,15 +0,3% GAS VT-Settlem. +/- EUR Dutch TTF 46,07 47,35 -2,7% -1,28 -5,9% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 2.939,11 2.950,43 -0,4% -11,31 +12,0% Silber (Spot) 32,16 32,33 -0,5% -0,17 +11,4% Platin (Spot) 967,53 970,38 -0,3% -2,85 +6,7% Kupfer-Future 4,53 4,52 +0,3% +0,02 +12,5% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Die Ölpreise zeigen sich wenig verändert. Zu den positiven Faktoren gehören die zusätzlichen Sanktionen von Präsident Trump gegen den Iran und die neuen EU-Sanktionen gegen die Schattenflotte Russlands sowie die Beschränkungen der Öllagerung. Gegenwind kommt von den enttäuschenden US-Daten und Berichten über einen neuen Coronavirus-Stamm in China, zusammen mit der Wiederaufnahme der Öllieferungen aus Kurdistan nach einer fast zweijährigen Pause, so die Analysten von Goldman Sachs.
AUSBLICK AKTIEN USA
Die negative Tendenz an der Wall Street dürfte sich am Dienstag fortsetzen. Auslöser sind die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko wie geplant eingeführt werden sollen. Zudem sollen die Beschränkungen für den Verkauf von Halbleitern an China verschärft werden, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Damit verstärken sich wieder die Sorgen bezüglich der Auswirkungen auf den globalen Handel. Dies rückt auch die Zahlen von Nvidia am Mittwoch noch stärker in den Fokus. Der Chiphersteller wird seine Quartalsergebnisse bekannt geben, begleitet von Sorgen über eine Verlangsamung der Ausgaben für künstliche Intelligenz. Ende Januar hatte zudem das chinesische Start-up Deepseek ein kostengünstiges KI-Modell vorgestellt und die Nvidia-Aktie auf Talfahrt geschickt. Die Nvidia-Aktie verliert vorbörslich 0,9 Prozent. Dazu kommt die Veröffentlichung des PCE-Deflator am Freitag, dem bevorzugten Inflationsmaß der US-Notenbank. Dieser könnte einen Hinweis darauf liefern, ob die Fed überhaupt Spielraum hat, die Zinsen in diesem Jahr zu senken. Bei den Einzelwerten steigen die Aktien von Super Micro Computer um 0,7 Prozent. Der Hersteller von Servern für künstliche Intelligenz hat bis Dienstag Zeit, seine Jahresabschlüsse für das am 30. Juni 2024 beendet Geschäftsjahr und das erste Quartal des Geschäftsjahres, das am 30. September 2024 beendet wurde, einzureichen, oder er riskiert, von der Nasdaq-Börse ausgeschlossen zu werden.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
14:30 US/Paypal Holdings Inc, Investorentag
17:00 US/Apple Inc, HV
AUSBLICK KONJUNKTUR +
-US 16:00 Index des Verbrauchervertrauens Februar PROGNOSE: 102,3 zuvor: 104,1
FINANZMÄRKTE EUROPA
Wenig verändert - Die Bundestagswahl in Deutschland ist aus Marktsicht zunächst abgehakt. Stattdessen dürfte nun die nachrichtlich zähe Zeit von politischen Verhandlungen bevorstehen. Denn trotz einer Zwei-Parteien-Lösung könnten die Koalitionsverhandlungen langwierig und unergiebig werden, heißt es bei CMC. Im Fokus steht eine mögliche Reform der Schuldenbremse noch vor der Konstituierung des neuen Parlaments. Aber auch die Berichtssaison liefert einmal mehr die Impulse für die Einzelwerte. Positiv für die europäischen Rüstungswerte wird gesehen, dass Deutschlands künftiger Bundeskanzler, Friedrich Merz, Gespräche mit dem voraussichtlichen Koalitionspartner, der SPD, über bis zu 200 Milliarden Euro an neuen Rüstungsausgaben begonnen hat. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sachlage vertraute Personen berichtet, sprechen CDU und SPD über eine Umgehung der verfassungsmäßigen Hindernisse für eine höhere Staatsverschuldung. Rheinmetall notieren etwas leichter, Hensoldt steigen um 2,7 Prozent und Renk sogar 5,5 Prozent. In Europa steigen die Aktien von BAE Systems, Leonardo und Saab. Mit Abgaben von 1,5 Prozent führen Technologiewerte die Verliererliste in Europa an. Der Sektor folgt damit negativen Vorgaben von der Wall Street und aus dem asiatischen Handel. Belastend wirkt ein Bericht von Bloomberg. Danach will das Regierungsteam von US-Präsident Donald Trump die von seinem Vorgänger verhängten Kontrollen über Chip-Exporte nach China noch verschärfen. Infineon fallen um 1,5 Prozent, STMicro 2,5 Prozent oder ASML 3,3 Prozent. Im Fokus stehen nun die Geschäftszahlen von Nvidia, die am Mittwoch veröffentlicht werden sollen. Heidelberg Materials habe nach einer starken Kursentwicklung an der Börse nun auch in der Realwirtschaft abgeliefert, urteilt Raiffeisen. Im vierten Quartal lägen Umsatz und Ergebnis über den Erwartungen. Für das laufende Geschäftsjahr 2025 bleibe der Konzern optimistisch, urteilen die Analysten. Die Aktien legen 1,8 Prozent zu. Fresenius Medical Care (FMC) (-0,4%) dürfte nach Einschätzung von UBS-Analysten Investoren mit Blick auf die langfristigen Wachstumsaussichten kaum beruhigen. Die Citi hat das Kursziel von Thyssenkrupp auf 8,50 Euro von 5,50 deutlich erhöht, die Aktien springen um 14 Prozent auf 7,22 Euro.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % Di, 08:02 Mo, 17:07 % YTD EUR/USD 1,0485 +0,2% 1,0475 1,0470 +1,2% EUR/JPY 157,10 +0,2% 156,85 156,44 -3,6% EUR/CHF 0,9385 -0,1% 0,9398 0,9393 +0,0% EUR/GBP 0,8296 +0,1% 0,8295 0,8293 +0,3% USD/JPY 149,80 +0,0% 149,71 149,44 -4,8% GBP/USD 1,2639 +0,1% 1,2629 1,2628 +1,0% USD/CNH (Offshore) 7,2650 +0,2% 7,2632 7,2490 -1,0% Bitcoin BTC/USD 88.738,15 -4,1% 91.266,60 94.634,30 -6,3% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Der Dollar zeigt sich wenig verändert. Der Greenback bleibt damit stabil, während die Investoren die neuesten Zoll-Aussagen von Präsident Trump abwägen. "Bisher war Trumps Gebell schlimmer als sein Biss, aber anzunehmen, dass diese Haltung für die nächsten vier Jahre Bestand haben wird, könnte sich als Torheit erweisen", sagt Pepperstone-Stratege Michael Brown.
FINANZMÄRKTE OSTASIEN
Die ostasiatischen Börsen haben sich am Dienstag der schwächeren Tendenz an der Wall Street vom Vortag angeschlossen. Dort waren insbesondere Technologeititel verkauft worden im Vorfeld der im Wochenverlauf anstehenden Geschäftszahlen des KI-Flaggschiffs Nvidia. Dazu hatten erst am Freitag wieder belebte Konjunktursorgen neu Nahrung erhalten. Dazu dürfte insbesondere an den chinesischen Aktienmärkten gebremst haben, dass das Regierungsteam von US-Präsident Donald Trump die von seinem Vorgänger verhängten Kontrollen über Chip-Exporte nach China noch verschärfen will, wie Bloomberg berichtete. Auch Chiphersteller anderer Staaten sollen dabei mit ins Boot geholt werden. Unter den Einzelwerten im Chipsektor verloren SMIC in Schanghai 2,2 Prozent, Advantest und Tokyo Electron in Tokio 6,9 bzw. 4,9 Prozent und SK Hynix im Seoul 2,2 Prozent. In Tokio, wo am Montag wegen eines Feiertags nicht gehandelt wurde, verlor der Nikkei-225-Index 1,4 Prozent auf 38.237 Punkte. In Seoul ging es nur um 0,6 Prozent nach unten. Dass die Notenbank in Südkorea die Leitzinsen senkte, war im Vorfeld schon erwartet worden und dürfte kaum für einen positiven Impuls gesorgt haben - auch, weil sie zugleich pessimistischer wurde für die Wachstumsaussichten des Landes. In Hongkong und Schanghai dominierte laut Teilnehmern weiter das Warten auf die jährliche Sitzung des Nationalen Volkskongresses und auf die Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes - beide Anfang März. Von den Tagungen erhoffen sich Anleger Aufschluss über den Wachstumsplan Pekings für die heimische Wirtschaft. Bei den Einzelwerten ging es in Tokio für Mitsubishi Corp. um 8,8 und für Itochu um 6,7 Prozent nach oben. Treiber war, dass laut Investorenlegende Warren Buffett dessen Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway die Anteile an den beiden japanischen Handelshäusern wohl erhöhen wird.
CREDIT
Leicht ausgeweitet zeigen sich am Dienstag die Risikoprämien gegen den Ausfall europäischer Staats- und Unternehmensanleihen (CDS). Der Effekt der Bundestagswahl ist schnell verpufft, im Fokus steht nur wieder die Entwicklung der Anleihemärkte und die Kurstrends an der Wall Street. Diskutiert werden die Folgen einer aufgehobenen Schuldenbremse in Deutschland. Sollte sie auf höhere Rüstungsausgaben beschränkt sein, hätte dies aber keine Folge für das deutsche AAA-Rating, so die Analysten von Morningstar. Mit Interesse blickt man dazu auf den Sub-Financials-Index. Dessen Prämien notierten nun neun Tage im nur zweistelligen Bereich. Sollte er sich wieder über die 100er-Marke ausweiten, könnte dies als Zeichen erhöhter Risikowahrnehmung gelesen werden.
UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 7.30 UHR
HEIDELBERG MATERIALS
hat mit Hilfe strikter Kostendisziplin sein Ergebnisziel für 2024 erreicht und peilt für 2025 einen weiter steigenden Gewinn an. Das sogenannte Ergebnis des laufenden Geschäfts, das dem EBIT gleichkommt, kletterte im abgelaufenen Jahr um vergleichbare 6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.
CEWE
hat trotz eines leichten Gewinnrückgangs im wichtigen Schlussquartal das obere Ende der Zielspanne im Gesamtjahr erreicht. Nach vorläufigen und untestierten Zahlen steigerte das im SDAX notierte Unternehmen den operativen Gewinn (EBIT) um knapp 3 Prozent auf 86,1 Millionen Euro, am oberen Ende des Zielkorridors von 77 bis 87 Millionen Euro. Davon entfiel mit 80,6 Millionen Euro (Vorjahr 81,6 Millionen) der Großteil auf das Schlussquartal.
DHL
Die DHL-Tochter Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi wollen sich am 3. und 4. März zu einer vierten Verhandlungsrunde im laufenden Tarifstreit treffen. In der dritten Verhandlungsrunde vom 12. bis 14. Februar, in der die Post erstmals ein Angebot vorgelegt hat, war noch keine Einigung zustandegekommen.
DZ BANK
hat ihren Gewinn vergangenes Jahr weiter gesteigert. Das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken profitierte vor allem von guten Ergebnissen der Fondstochter Union Investment und des Versicherers R+V sowie insgesamt von einer guten Kapitalmarktentwicklung. Für das laufende Jahr geht die Bank von einem Gewinnrückgang aus.
ECKERT & ZIEGLER
Nach dem Cyberangriff Anfang Februar gegen Eckert & Ziegler hat das Unternehmen diese Woche "alle wesentlichen Kernsysteme wieder in Betrieb genommen". Der Vorstand rechnet zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit "wesentlichen Beeinträchtigungen des Geschäfts".
FORMYCON
kann sein Biosimilar "FYB203" mit dem Wirkstoff Aflibercept zur Behandlung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) sowie weiterer schwerer Netzhauterkrankungen auch in Großbritannien vermarkten. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA das Biosimilar zu dem Augenmedikament Eylea unter dem Markennamen "Ahzantive" zugelassen.
HAMBORNER REIT
hat vergangenes Jahr trotz etwas höherer Mieterlöse operativ weniger verdient.
SFC ENERGY
hat von starker Nachfrage nach seinen Lösungen für die Stromerzeugung mit Hilfe von Brennstoffzollen aus den Bereichen Rüstung und öffentliche Sicherheit profitiert.
TUI
Die Ratingagentur Moody's hat ihre Bonitätsnoten für den Reisekonzern Tui nach besser als erwarteten Zahlen für das Geschäftsjahr 2024 angehoben. Die Ratinganalysten hoben das Corporate Family Rating (CFR) für Tui von B1 auf Ba3 und das Probability of Default Rating (PDR) von B1-PD auf Ba3-PD an. Der Ausblick wurde von positiv auf stabil geändert.
UNILEVER
bekommt kurzfristig einen neuen CEO. Wie der Konsumgüterhersteller mitteilte, tritt CEO Hein Schumacher zum 1. März in gegenseitigem Einvernehmen zurück. Er werde das Unternehmen zum 31. Mai verlassen. Finanzchef Fernando Fernandez wird laut Mitteilung Schumacher an der Spitze ersetzen.
UNIPER
wird milliardenschwere staatliche Beihilfen in Kürze zurückzahlen. "Es ist geplant, dass die Mittel im Umfang von 2,6 Milliarden Euro der Bundesrepublik Deutschland im ersten Quartal 2025 zufließen", teilte der in der Energiekrise fast vollständig verstaatlichte Energiekonzern mit. Grundlage dafür sind den Angaben zufolge die hervorragenden Ergebnisse der Vorjahre.
AIRBUS
Ein Konsortium um die Airbus-Sparte Defence and Space hat einen Auftrag der französischen Beschaffungsbehörde für Verteidigung (DGA) für das IP-Netzwerk der Seestreitkräfte (RIFAN) Stufe 3 erhalten. Der Auftrag mit einem Höchstwert von 480 Millionen Euro und einer Laufzeit von maximal zehn Jahren umfasst die Entwicklung von RIFAN-Upgrades, deren Einsatz und die betriebliche Wartung.
ANA
will Flugzeuge im Wert von 14 Milliarden US-Dollar bei Boeing, Airbus und Embraer bestellen. Bis zu 77 Flugzeuge sollen bei den drei Unternehmen bestellt werden, um das mittel- bis langfristige internationale Wachstum zu unterstützen und die veränderte Nachfrage im Inlandsverkehr zu decken.
HOME DEPOT
hat im vierten Quartal sowohl beim Umsatz als auch Ergebnis die Markterwartungen übertroffen. Die US-Baumarktkette profitiert nach wie vor von einer guten Nachfrage.
TELEFONICA
Die Telefonica-Tochter TLH Holdco trennt sich für rund 1,3 Milliarden US-Dollar von ihrer kompletten Beteiligung an Telefonica Moviles Argentina. Telecom Argentina erwirbt die gesamten Beteiligung und das gesamte Aktienkapitals des argentinischen Unternehmens.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros
(END) Dow Jones Newswires
February 25, 2025 06:46 ET (11:46 GMT)
Copyright (c) 2025 Dow Jones & Company, Inc.