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Parteien: Glarner c. "Blick"
Themen: Anhörung bei schweren Vorwürfen
Beschwerde teilweise gutgeheissen
Zusammenfassung
Der "Blick" berichtete mehrfach über einen Tweet von Nationalrat Andreas Glarner über den Gendertag einer Schule und sprach dabei von einer "Hetze". Glarner reichte beim Presserat Beschwerde ein und machte geltend, er hätte zu diesem schweren Vorwurf angehört werden müssen. Nach der bisher geltenden Praxis des Presserats wäre dies nicht der Fall gewesen, denn gegen jemand hetzen ist nicht "illegales oder vergleichbares Handeln". Mit der neuen Regelung der Richtlinie 3.8 jedoch lautet das Kriterium "Vorwürfe gelten als schwer, wenn sie gravierendes Fehlverhalten beschreiben oder sonstwie geeignet sind, jemandes Ruf nachhaltig zu schädigen". Der Vorwurf "Hetzen", insbesondere in Kombination mit den einzelnen beschriebenen Elementen des Tweets ("Wer greift durch und entlässt die Schulleitung?" Abbildung der Telefonnummer der zuständigen Mitarbeiterin der Schule) erfüllt nach Einschätzung des Presserats das Kriterium eines "gravierenden Fehlverhaltens". Entsprechend hätte Glarner angehört werden müssen. Der Presserat ergänzt, dass derartig pointierte Einschätzungen weiter möglich bleiben müssen, es geht auch nicht darum, den redaktionellen Befund zu neutralisieren, sondern es geht darum, der kritisierten Partei gegenüber Fairness walten zu lassen. Länge und Platzierung der Stellungnahme sind Sache der Redaktion, sie richten sich insbesondere nach der Art des Textes.
Stellungnahme 1/2025 (https://presserat.ch/complaints/01_2025/)
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