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LEUVEN (dpa-AFX) - Der weltgrößte Brauer AB Inbev hat wegen schwacher Nachfrage vor allem in China und Argentinien im vergangenen Jahr weniger Bier verkauft. Niedrigere Kosten bescherten dem belgischen Konzern aber einen höheren Gewinn, der die Erwartungen der Analysten übertraf. Im laufenden Jahr will AB Inbev zulegen. Außerdem sollen die Aktionäre eine höhere Dividende erhalten. Die Aktie stieg im EuroStoxx 50 um sieben Prozent auf ein Hoch seit Oktober. Seit Mitte Januar hat sich das Papier bereits um gut ein Viertel erholt.
Der Getränkeabsatz ging 2024 trotz besserer Geschäfte mit alkoholfreien Produkten um 1,4 Prozent zurück, wie der Hersteller von Marken wie Beck's, Budweiser oder Corona am Mittwoch in Leuven mitteilte. So stand ein Rückgang der Bierverkäufe von zwei Prozent einem Verkaufsplus von eineinhalb Prozent bei anderen Getränken gegenüber. Neben Argentinien enttäuschte vor allem der Absatz in China. In der Region Asien/Pazifik stand ein Minus von fast neun Prozent zu Buche. In den USA machte AB Inbev immerhin erste Zeichen einer Erholung aus.
Der Konzernumsatz des Brauers legte dennoch um 0,7 Prozent auf 59,8 Milliarden US-Dollar zu. Organisch, also abseits von Währungseffekten sowie Zu- und Verkäufen von Unternehmensteilen, betrug das Plus 2,7 Prozent. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als von Analysten erwartet. Nach ordentlichen Zahlen von Heineken und Carlsberg habe nun auch AB Inbev solide abgeschnitten, schrieb Experte James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC in einer ersten Reaktion. Er lobte vor allem das organische Wachstum im Schlussquartal, obwohl es ausschließlich auf Preiserhöhungen zurückzuführen sei.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) stieg im vergangenen Jahr vor allem dank gesenkter Kosten um 8,2 Prozent auf rund 21 Milliarden Dollar. Damit übertraf AB Inbev die zuletzt nach oben hin eingeengte Prognose, der Brauer peilte ein Plus von sechs bis acht Prozent an. Im laufenden Jahr soll das bereinigte operative Ergebnis zwischen vier und acht Prozent wachsen, was den mittelfristigen Zielen entspricht. Bernstein-Analyst Trevor Stirling bezeichnete den Ausblick als beruhigend und vernünftigerweise vorsichtig.
Unter dem Strich verdiente AB Inbev 2024 knapp 5,9 Milliarden Euro - nach gut 5,3 Milliarden im Jahr zuvor. Die Dividende soll von 0,82 auf 1,00 Euro je Aktie steigen. Analysten hatten im Schnitt nur eine Erhöhung auf 0,91 Euro erwartet./niw/ngu/mis