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© Foto: Mika Baumeister auf Unsplash
Die Anteile der Deutschen Telekom haben sich in den vergangenen fünf Jahren stark verteuert. Vor allem in den zurückliegenden 12 Monaten hat sich die Rallye dynamisch beschleunigt. Doch nach den am Mittwochmorgen vorgelegten Quartalszahlen zeigen sich erste Schwächen. Die Aktie könnte jetzt vor einer Trendwende stehen. So können sich Anlegerinnen und Anleger gegen eine Korrektur wappnen.
Gewinnrückgang und verhaltener Ausblick
Um 117 Prozent haben sich die Anteile des deutschen Telekommunikationsriesens in den vergangenen fünf Jahren verteuert, allein in den letzten 12 Monaten hat die Aktie 55 Prozent an Wert gewonnen und so entscheidend zum anhaltenden Höhenflug des deutschen Leitindex DAX beigetragen. Dabei profitierte die Deutsche Telekom auch vom Erfolg ihrer US-Tochter T-Mobile US und deren Aktie.
Am Mittwochmorgen hat der Konzern seine Zahlen für das abgelaufene Quartal sowie das vergangene Geschäftsjahr vorgestellt. Während sich das Unternehmen bei den Erlösen um 3,4 Prozent auf 115,8 Milliarden Euro steigern konnte, fiel der Nettoertrag gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro. Der Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr fiel verhalten aus. Das Management erwartet einen Gewinn von 2,00 Euro je Aktie. Der Markt hatte mit 2,10 Euro gerechnet.
Aktie reagiert mit Verlusten, Topbildung?
Zwar kündigte die Deutsche Telekom eine rekordhohe Dividende an, doch das konnte die Anlegerinnen und Anleger angesichts der vorsichtigen Guidance nicht überzeugen. Mit einem Verlust von über 2 Prozent bildet die Aktie das Schlusslicht in einem sonst sehr starken Gesamtmarktumfeld.
Die Verluste kommen zu einem für die Aktie kritischen Zeitpunkt, denn die ist nach dem fahnenartigen Anstieg der vergangenen Monate heiß gelaufen, während es in der technischen Indikation zu einer Top-Bildung gekommen ist. Das könnte zu einer Trendwende oder doch wenigstens einer scharfen Korrektur führen.
Nach der Überhitzung ist vor dem Pullback
Der übergeordnete Aufwärtstrend ist mit Blick auf den Trendstärkeindikator MACD noch intakt, denn dieser liegt oberhalb der Nulllinie, was einen ansteigenden Trend anzeigt. Es zeichnet sich jedoch ein Rückfall unter die (rote) Signallinie und damit ein Verlust von Momentum ab. Als das nach einer längeren Aufwärtsphase zuletzt im vergangenen Herbst der Fall, korrigierte die Aktie um 7 Prozent.
Dieses Mal könnte eine Korrektur deutlich größer ausfallen, denn der MACD fällt von einem viel höheren Niveau aus unter seine Signallinie zurück. Gleichzeitig handelt es sich bei den Rekordnotierungen der vergangenen Wochen um Fehlsignale, da diese nicht durch neue Hochs im Relative-Stärke-Index (RSI) bestätigt wurden. Dadurch liegen bearishe Divergenzen vor, die häufig die Vorboten von Trendwendebewegungen sind.
Substanzielles Abwärtsrisiko
Für eine solche zum aktuellen Zeitpunkt spricht, dass die aktuellen Verluste nicht von irgendeiner Kursmarke aus stattfinden, sondern vom Widerstand bei 35 Euro, der aus einer horizontalen Linie aus den Jahren 2000/01 ableitbar ist. Um diese Hürde im ersten Anlauf zu überwinden, dafür ist die Aktie bereits zu heiß am Widerstand angelangt.
Das macht in den kommenden Tagen und Wochen einen empfindlichen Rücksetzer wahrscheinlich. Dabei dürfte es zu Verlusten bis mindestens in den Unterstützungsbereich zwischen 30 und 31 Euro kommen. Auch ein Pullback an die Marke von 28,50 Euro ist denkbar. Das entspricht einem Abwärtspotenzial von etwa 17 Prozent.
Fazit: Eine (Bewertungs-)Korrektur ist überfällig
Eine Korrektur ist inzwischen auch mit Blick auf die Fundamentaldaten angebracht. Auf Basis der unternehmenseigenen Gewinnschätzung ist die Deutsche Telekom für 2025 mit dem 17-fachen der in diesem Jahr erwarteten Gewinne bewertet - das liegt deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre sowie dem Branchendurchschnitt, die beide 13,7 betragen. Damit sind die Anteile sowohl aus technischer als auch aus fundamentaler Perspektive reif für eine Korrektur.
Anlegerinnen und Anleger, die sich gegen eine solche absichern oder von den zu erwartenden Verlusten profitieren wollen, können das mit Hilfe des Put-Optionsscheines VG5T95 tun. Dieser verfügt über einen Basispreis von 35 Euro und eine Laufzeit bis zum kommenden September (gleichwertig ausgestattetes Ersatzprodukt: GV0UUM). Der tagesaktuelle Hebel (Omega) liegt bei 6, das führt zu folgendem Auszahlungsprofil:
Gastautor: Max Gross
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