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DJ MARKT USA/Etwas fester - Nvidia-Zahlen sorgen für Erleichterung
Mit Gewinnen dürfte die Wall Street am Donnerstag in den Handel starten. Die unerwartet guten Quartalsergebnisse von Nvidia sorgen für Erleichterung und drängen die neusten Zoll-Drohungen von US-Präsident Trump etwas in den Hintergrund. Dieser hat für Produkte aus der Europäischen Union Zölle in Höhe von 25 Prozent angekündigt und der EU gleichzeitig Abzocke vorgeworfen. Der Future auf den S&P-500 legt um 0,6 Prozent zu.
Nvidia hat Umsatz und Gewinn im vierten Geschäftsquartal dank der ungebrochenen Nachfrage nach Chips für KI-Anwendungen kräftig gesteigert. Der US-Konzern übertraf dabei die Erwartungen der Analysten. Für das laufende erste Geschäftsquartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 43 Milliarden Dollar, plus oder minus 2 Prozent, in Aussicht. Die Konsensschätzung von Analysten lautet bislang auf 42 Milliarden Dollar.
Nvidia könnte nach Einschätzung des Research-Strategen Dilin Wu von Pepperstone jedoch weitere Rückschläge in China erleiden, sollten sich die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China verschärfen. Da zudem lokale Chipdesigner zunehmend ihre eigenen Chips entwickeln, könnte Nvidias Marktanteil in China weiter sinken. Das Nvidia-Management merkte jedoch an, dass die Entstehung von Deepseek eine noch größere Akzeptanz von KI vorantreiben und die Nachfrage nach Rechenleistung weiter ankurbeln könnte, was indirekt Nvidia zugutekommen könnte. Die Nvidia-Aktie gewinnt vorbörslich 1,2 Prozent. Im Fahrwasser geht es für die Papiere von Broadcom, Intel und Advanced Micro Devices (AMD) um bis zu 2,2 Prozent nach oben.
Nun richten sich die Augen verstärkt auf die Veröffentlichung des PCE-Deflator am Freitag, dem bevorzugten Inflationsmaß der US-Notenbank. Dieser könnte Hinweise über den weiteren Zinskurs der Fed liefern, auch wenn diese zuletzt betont hatte, zuerst die Auswirkungen der Handelspolitik der Trump-Regierung abzuwarten.
Dagegen geht es für die Salesforce-Aktie um 4,8 Prozent abwärts, nachdem die Ergebnisse für das vierte Quartal Licht und Schatten geliefert haben. So hat der SAP-Konkurrent zwar einen höheren Gewinn verzeichnet, jedoch die Umsatzerwartung der Analysten verfehlt. Auch die Prognose für das laufende Jahr enttäuschte.
Snowflake gewinnen 11,4 Prozent, nachdem das auf Cloud-basierte Datenspeicherung spezialisierte Unternehmen mit den Ergebnissen für das vierte die Schätzungen der Wall Street übertraf. Auch der Ausblick für das erste Quartal liegt über den Schätzungen der Analysten.
Moderna fallen um 3,7 Prozent nach Berichten, wonach das US-Gesundheitsministerium den 590- Millionen-Dollar-Vertrag des Unternehmens zur Entwicklung eines Vogelgrippe-Impfstoffs neu bewertet. Der Vertrag, den Moderna in den letzten Tagen der Biden-Regierung erhalten hatte, sollte die Entwicklung potenzieller mRNA-basierter Impfstoffe im Falle einer H5N1-Vogelgrippe-Pandemie beschleunigen.
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February 27, 2025 05:55 ET (10:55 GMT)
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