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© Foto: Maxim Hopman auf Unsplash
Trotz anhaltenden KI-Booms und einer ansprechenden Geschäftsentwicklung kommt die Aktie von Software-Gigant Microsoft nicht vom Fleck. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr haben die Anteile knapp 2 Prozent an Wert verloren. Der Kursverlauf wird von einer breiten Seitwärtsrange beherrscht. Nach fortgesetzten Verlusten in den vergangenen Tagen ist die Aktie am unteren Ende der Handelsspanne angelangt. Nachdem es gleichzeitig zu einem Verkaufssignal gekommen ist, droht jetzt eine empfindliche Korrektur.
Starke Geschäftsentwicklung, stagnierender Aktienkurs
Mit seiner Beteiligung am ChatGPT-Entwickler OpenAI steht Microsoft im Zentrum des KI-Booms. Seine Produktivitätslösungen wie Word, Excel und Outlook hat der Konzern ebenso wie sein Betriebssystem Windows mit kostenpflichtigen KI-Features, darunter Copilot, ausgestattet. Das soll zukünftig für zusätzliche Einnahmen sorgen und die ohnehin beachtliche Ertragsstärke des Unternehmens weiter verbessern.
Hierfür tätigt Microsoft enorm große Investitionen. Bereits im vergangenen Jahr hat der Konzern einen zweistelligen Milliardenbetrag für den Auf- und Ausbau von Rechenzentren in die Hand genommen. Auch in diesem Jahr will das Unternehmen kräftig investieren.
Doch Anlegerinnen und Anleger haben zunehmend Zweifel daran, dass diese Investition tatsächlich zu einer signifikanten Beschleunigung der Geschäftsentwicklung führen. In den vergangenen Quartalen ist das Unternehmen nicht schneller gewachsen als schon in den Vorjahren. Die Furcht vor einem finanziellen Überengagement begrenzt zunehmend die Aktienkursentwicklung, wie der Blick in den Chart zeigt:
Erst Seitwärts-, jetzt Abwärtstrend
Zwar ist der Aktie im vergangenen Jahr ein neues Allzeithoch gelungen, doch die Käuferinnen und Käufer haben seither nicht nachlegen können. Das Kursgeschehen entwickelte sich zunehmend seitwärts. Zwar ist es in der zweiten Jahreshälfte zu einem zaghaften Aufwärtstrend gekommen, diesem blieben neue Hochs jedoch verwehrt.
Im Januar war es im Bereich der Aufwärtstrendoberkante zu einem Verlaufshoch gekommen, das technisch jedoch nicht bestätigt wurde, wie der Blick auf die technischen Indikatoren zeigt. Hier ist es zu bearishen Divergenzen gekommen. Inzwischen beherrscht daher ein mittelfristiger Abwärtstrend die Aktie.
Todeskreuz könnte größere Korrektur einleiten
Nach den Verlusten der vergangenen Tage drohen nun zwei Gefahren. Erstens ein Ausbruch nach unten sowie zweitens gleichzeitig das Unterschreiten der Horizontalunterstützung bei 400 US-Dollar. Sollte es so kommen, ist das Abwärtspotenzial beträchtlich, denn dann müsste die Kursentwicklung der vergangenen Monate als Top-Bildung betrachtet werden.
Für ein nachhaltiges Unterschreiten der 400-Dollar-Marke sprechen gleich mehrere Umstände. Das gravierendste Signal liefern aktuell die gleitenden Durchschnitte, in denen es zu einem Death Cross (Todeskreuz) gekommen ist, das in der technischen Analyse als markantes Verkaufssignal gilt.
Schwache Indikation, Aktie droht abzurutschen
Zu einem solchen war es in den vergangenen Monaten aufgrund der Hängepartie der Aktie zwar mehrfach gekommen, allerdings war die technische Indikation zu keinem Zeitpunkt so schwach wie jetzt. Sowohl der Relative-Stärke-Index (RSI) als auch der Trendstärkeindikator MACD befinden sich im Abwärtstrend und bestätigen damit die Verluste der vergangenen Wochen.
Das macht eine Fortsetzung der Verkaufswelle wahrscheinlich, denn noch zeigen sich keine Anzeichen dafür, dass die Aktie überverkauft sein könnte. Insbesondere der MACD gibt zu denken, denn dieser notiert sowohl unter der Null- als auch der Signallinie, was einen technisch intakten und dynamischen Abwärtstrend anzeigt.
Fazit: Korrektur auch aus Bewertungsperspektive angebracht
Die ausgeprägte technische Schwäche, das Death Cross der gleitenden Durchschnitte sowie das Verlassen des Abwärtstrendkanals nach unten spricht aus technischer Perspektive für weitere Verluste. Daher empfiehlt sich ein Einstieg zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Im Gegenteil ist die Aktie sogar ein Short- beziehungsweise Verkaufskandidat.
Abwärtspotenzial besteht bis in den Bereich von 350 US-Dollar. Zwar lauern schon vorher einige Unterstützungen, die sind aber als nebengeordnet zu betrachten. Ein weiteres Ziel des Abwärtstrends könnte die auf Wochenbasis ermittelte 200-Tage-Linie sein, die aktuell bei 331,52 US-Dollar verläuft, was einem Abwärtspotenzial von 18 Prozent entspricht.
Eine solche Korrektur würde auch die derzeit hohe Bewertung auf moderatere Niveaus zurechtstutzen. Für 2025 ist Microsoft mit dem 30-fachen seiner Gewinne bewertet. Das ist angesichts von Anleiherenditen im Bereich von 4 Prozent und mehr nicht mehr zeitgemäß.
Hohe Gewinne mit Put-Absicherung möglich
Anlegerinnen und Anleger, die sich gegen Kursverluste in der Aktie absichern oder das aussichtsreiche Short-Setup für sich nutzen möchten, können das mithilfe des Put-Optionsscheines JK6SJA tun. Dieser bietet einen effektiven Hebel (Omega) von 6,4 und verfügt bei einem Basispreis von 400 US-Dollar über eine Laufzeit bis kommenden September. Damit ist JK6SJA gut geeignet, Depots auch gegen Korrekturen am Gesamtmarkt abzusichern.
Ein Short-Einstieg ist derzeit auch deshalb attraktiv, weil Put-Optionen signifikant günstiger sind als gleichwertig ausgestattete Call-Optionen. Absicherungen gegen fallende Kurse sind gegenwärtig günstiger zu haben als Wetten auf steigende Kurse. Das hat Seltenheitswert. Das Auszahlungsprofil des Put-Optionsscheines ist das folgende:
Gastautor: Max Gross
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