
Der Bundesrat reduziert die Zinsen auf Covid-19-Krediten. Das betroffene Gewerbe begrüsst den Entscheid, hält die Kürzungen aber für unzureichend. Es fordert eine Rückkehr zum ursprünglichen Niveau.
Covid-19-Kredite sollten Firmen helfen, die Folgen der Pandemie abzufedern. Zunächst waren Kredite bis zu einer halben Million Franken zinslos, grössere Darlehen wurden zu 0,5 Prozent verzinst. Im März 2023 erhöhte der Bundesrat die Sätze auf 1,5 beziehungsweise 2 Prozent. Nun passt der Bundesrat sie per 31. März auf 0,25 und 0,75 Prozent an. Beat Imhof, Präsident von GastroSuisse, sagt: "Das ist gut, aber nicht gut genug."
Teil-Erfolg für KMU
Anfang Februar wandten sich betroffene Branchen mit einem Brief an Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter. Weil der Leitzins binnen eines Jahres um 1,25 Prozentpunkte gesunken war, forderten sie das Finanzdepartement auf, dem Bundesrat eine Rückkehr zu den ursprünglichen Zinssätzen zu beantragen. Die Antwort Keller-Sutters: Man werde die Anliegen der KMU berücksichtigen. Trotzdem verzichtet der Bundesrat auf eine vollständige Korrektur.
Die Zinssätze sind tief, aber bleiben zu hoch, denn der Leitzins dürfte weiter fallen. Am Donnerstag hat die Schweizer Nationalbank (SNB) den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 0,25 gesenkt. Der Präsident der Direktion der SNB schliesst Negativzinsen nicht aus. Würden die Nationalbank bereits in diesem Jahr zu Minuszinsen zurückkehren, müssten Unternehmen für Covid-19-Kredite Zinsen bezahlen, während Banken kostenlos Geld erhielten. Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verband, sagt: "Das wäre absurd. Covid-19-Kredite sind und bleiben eine grosse Last für unsere Mitglieder."
Druck aufrechterhalten
Die Kredite laufen bis 2028, in Härtefällen bis 2030. Anfang Jahr war 72 Prozent des Kreditvolumens getilgt, Milliardenbeträge stehen noch aus. Bis die Darlehen vollständig zurückbezahlt sind, müssen Unternehmen weiter Zinsen entrichten. Ohne Zinslast könnten Unternehmen sie schneller amortisieren. Das stark betroffene Gewerbe fordert den Bundesrat bereits heute auf, die Zinsen per 31. März 2026 auf 0 beziehungsweise 0,5 Prozent zu senken. Zudem sollen die Unternehmen und Branchenverbände ins gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahren aufgenommen werden, nicht nur die Banken.
Pressekontakt:
Beat Imhof, Präsident GastroSuisse
079 773 29 15, beat.imhof@gastrosuisse.ch
Claude Ammann, Präsident Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband
079 478 12 63, c.ammann@sfgv.ch
Hans-Peter Oettli, Präsident CafetierSuisse
044 201 67 77, h.oettli@cafetier.ch
Laurent Derivaz, Direktor Fédération Romande des Entreprises de Charpenterie, d'Ébénistérie et de Menuiserie
021 652 15 53, derivaz@frecem.ch
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