
DJ MIDDAY BRIEFING - Unternehmen und Märkte
Der Markt-Überblick am Mittag, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
AKTIENMÄRKTE (13:05 Uhr)
Index zuletzt +/- % +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.373,72 -0,7% +10,5% Stoxx-50 4.629,05 -0,7% +8,2% DAX 22.630,80 -0,9% +14,7% CAC 7.980,29 -0,6% +8,8% Nikkei-225 37.799,97 -0,6% -4,7% Hang-Seng-Index 23.578,80 +0,5% +17,0%
ROHSTOFFMÄRKTE
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 69,54 69,65 -0,2% -0,11 -4,5% Brent/ICE 73,65 74 -0,5% -0,35 -2,3% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 3054,47 3019,33 +1,2% 35,14 +15,1% Silber 31,62 31,32 +1,0% 0,30 +12,2% Platin 905,11 909,53 -0,5% -4,42 +3,9% Kupfer 5,23 5,24 -0,3% -0,02 +28,7% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Mit den Zoll-Ankündigungen von Trump geben die Ölpreise leicht nach. Die Notierungen von Brent und WTI fallen um bis zu 0,5 Prozent. Händler warten nun auf die Ankündigung des Weißen Hauses über gegenseitige Zölle auf US-Handelspartner, die für Mittwoch geplant ist. "Bis Klarheit über das Ausmaß und den Umfang der Zölle sowie deren Umsetzung herrscht, wird die Risikobereitschaft wahrscheinlich gedämpft bleiben", sagen Analysten von ANZ Research.
AUSBLICK AKTIEN USA
Die von den USA am Mittwoch angekündigten Importzölle dürften die Wall Street am Donnerstag zu Beginn zunächst nicht belasten. Der Future auf den S&P-500 zeigt sich wenig verändert, nachdem er zwischenzeitlich aber schon im Minus gelegen hatte. US-Präsident Donald Trump hat zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf Importe von Autos und Autoteile verhängt und erklärt, diese seien "nicht mehr verhandelbar". Eingeführt werden sollen sie am 2. April. Trump signalisierte jedoch, dass die sogenannten reziproken Zölle, die eigentlich dazu gedacht waren, die US-Zölle an die anderer Länder anzupassen, möglicherweise weniger streng ausfallen könnten als erwartet. Für die Aktien der US-Autohersteller geht es vorbörslich kräftig nach unten. Dagegen verbessern sich die Titel von Tesla. Der Elektroauto-Hersteller produziert alle Fahrzeuge für den US-Markt in den USA, heißt es. Daneben stehen die Technologiewerte im Blick. Die USA haben etwa 80 Unternehmen, darunter mehr als 50 in China, ihrer Exportkontrollliste hinzugefügt, was eine Regierungsgenehmigung erfordert, bevor die Unternehmen amerikanische Technologie kaufen können. Für die Nvidia-Aktien geht es nach dem deutlichen Vortagesminus um weitere 1,7 Prozent nach unten. "Dass Nvidia in den Handelsstreit zwischen den USA und China verwickelt wird, ist eine negative Entwicklung", sagt Gil Luria, Analyst bei D.A. Davidson.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
14:00 DE/Takkt AG, Kapitalmarkttag
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Roche: 9,70 CHF
AUSBLICK KONJUNKTUR +
- US 13:30 BIP (3. Veröffentlichung) 4Q annualisiert PROGNOSE: +2,3% gg Vq 2. Veröff.: +2,3% gg Vq 3. Quartal: +3,1% gg Vq BIP-Deflator PROGNOSE: +2,4% gg Vq 2. Veröff.: +2,4% gg Vq 3. Quartal: +2,2% gg Vq Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) PROGNOSE: 226.000 zuvor: 223.000
FINANZMÄRKTE EUROPA
Schwächer - Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump belastet. Er hat am Vorabend wie befürchtet zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf Importe von Autos und Autoteilen verhängt und dazu gesagt, diese seien "nicht mehr verhandelbar". Eingeführt werden sollen sie am 2. April. Für den europäischen Autosektor geht es um 2,0 Prozent nach unten. Porsche AG brechen um 4,2 Prozent ein, Mercedes-Benz und Continental um zu 5,3 Prozent, VW und BMW um jeweils 2,1 Prozent. Für Stellantis geht es an der Pariser Börse um 3,9 Prozent nach unten. Bei Verhandlungen hat Deutschland allerdings nicht die besten Karten, heißt es im Handel. Die USA nehmen rund 13 Prozent der deutschen Autos ab. Erwartet wird nun, dass die EU Gegenzölle verhängt, wenn sich Trump tatsächlich nicht mehr verhandlungsbereit zeigen sollte. "Was als Handelsstreit begann, wird jetzt immer mehr zum Zollkrieg", so Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Prosieben brechen nach enttäuschten Übernahmespekulationen um 9,7 Prozent auf 5,90 Euro ein. MFE hat am Vorabend zwar ein Gebot für die Senderkette vorgelegt. Der von der Berlusconi-Familie kontrollierte Medienkonzern bietet aber nur den gesetzlichen Mindestpreis für die ausstehenden Aktien von je 5,75 Euro. Entsprechend verschnupft reagieren die Anleger. Henkel legen im DAX um 2,1 Prozent zu nach besser als erwarteten Zahlen von US-Konkurrent HB Fuller am Vorabend. Für Rational geht es nach einem wenig überzeugenden Ausblick um 7,9 Prozent nach unten. Um 7,0 Prozent nach oben geht es nach Zahlen für Vossloh. Diese bewegen sich laut Jefferies im Rahmen der Erwartungen, den Ausblick schätzten Anleger aber offenbar als konservativ ein.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 17:04 % YTD EUR/USD 1,0787 +0,5% 1,0738 1,0777 +3,7% EUR/JPY 162,9070 +0,9% 161,4205 162,2090 -0,9% EUR/CHF 0,9530 +0,4% 0,9492 0,9524 +1,6% EUR/GBP 0,8339 -0,0% 0,8340 0,8366 +0,9% USD/JPY 151,0200 +0,5% 150,3255 150,5110 -4,5% GBP/USD 1,2935 +0,5% 1,2876 1,2883 +2,8% USD/CNY 7,1855 -0,0% 7,1865 7,1882 -0,3% USD/CNH 7,2748 -0,0% 7,2769 7,2788 -0,7% AUS/USD 0,6313 +0,5% 0,6283 0,6301 +1,5% Bitcoin/USD 86.906,05 +0,1% 86.840,35 86.651,10 -6,9% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Der Dollar gibt einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ab. Der Dollar-Index fällt um 0,2 Prozent. Die Zoll-Ankündigungen waren in letzter Zeit überraschend negativ für den Dollar, aber die zukünftige Richtung der Währung wird wahrscheinlich davon abhängen, wie die Länder auf die US-Zölle reagieren, sagt Ipek Ozkardeskaya, Analystin bei der Swissquote Bank. Wenn es keine entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen gibt, könnte der Dollar sich erholen, da die Auswirkungen der Zölle auf die US-Exporte und das US-Wachstum begrenzt wären, sagt sie. Eine Vergeltung der größten Handelspartner Amerikas würde dagegen die Wachstumsaussichten der USA weiter beeinträchtigen und den Dollar belasten.
FINANZMÄRKTE OSTASIEN
Uneinheitlich - Die von US-Präsident Donald Trump am Vorabend angekündigten Strafzölle von zusätzlich 25 Prozent auf Autoimporte belasteten vor allem die Aktien japanischer und südkoreanischer Hersteller, was die Leitindizes in Tokio und Seoul in negatives Terrain drückte. Die chinesischen Börsen zeigten sich dagegen mit Aufschlägen. Die Kurse der japanischen Autohersteller Toyota Motor, Honda und Nissan fielen um 2 bzw. 2,5 bzw. 1,7 Prozent. Mazda und Subaru verbilligten sich stärker um 6 und 5 Prozent. Für Hyundai Motor und Kia ging es in Seoul um 4,3 bzw. 3,5 Prozent nach unten. Der Kurs des Stahlkonzerns Hyundai Steel, der Autohersteller und Werften beliefert, gab um 3,3 Prozent nach. Verkauft wurden auch wieder Technologieaktien, nachdem das KI-Halbleiterflaggschiff Nvidia in den USA über 5 Prozent eingebüßt hatte. Die australische Börse schloss 0,4 Prozent niedriger. Anleger fürchteten, dass auch australische Rohstoffe demnächst von US-Strafzöllen betroffen sein könnten, hieß es.
CREDIT
Mit den Risikoprämien geht es am Donnerstag nach Ankündigung von US-Autozöllen ab dem 2. April an den europäischen Kreditmärkten kräftig nach oben. US-Präsident Donald Trump hat wie befürchtet zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf Importe von Autos und Autoteile verhängt. Die Autozölle sind nach Einschätzung der Commerzbank nur ein weiterer Schritt in der Umsetzung der protektionistischen Agenda der Trump-Administration. Die EU habe zwar noch keine Gegenmaßnahmen angekündigt, diese könnten aber schnell folgen, sollten die Verhandlungen mit den USA ergebnislos verlaufen. Sollten die USA auf die zu erwartenden Gegenmaßnahmen mit noch weitergehenden Zöllen antworten, werde sich das weltwirtschaftliche Umfeld deutlich eintrüben. "Das bisher letzte Beispiel für eine außer Kontrolle geratene Zollspirale waren die 1930er Jahre, was zu einer Vertiefung der Weltwirtschaftskrise beigetragen hat", warnt die Commerzbank. Langfristig könnten sich Teile des Welthandels an den USA vorbei neu organisieren. Ob das im US-Interesse liege, stehe dahin.
UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 7.30 UHR
COMMERZBANK
hat einen weiteren Aktienrückkauf abgeschlossen. Die Bank hat von Mitte Februar bis zum gestrigen Mittwoch wie geplant 18,3 Millionen eigene Aktien im Volumen von 400 Millionen Euro zum Durchschnittspreis von 21,81 Euro erworben.
DAIMLER TRUCK
plant in Europa den Aufbau eines halböffentlichen Lade-Netzwerks für Elektro-Lkw mit der Marke Truckcharge. Das Netz soll bis 2030 über 3.000 Schnellladepunkte verfügen und damit das größte in Europa sein.
CEWE
will im laufenden Jahr weiter wachsen und die operative Marge in etwa halten.
CTS EVENTIM
will nach deutlichen Steigerungen bei Umsatz und Gewinn auch die Ausschüttung an die Aktionäre signifikant anheben. Die Dividende für 2024 soll auf 1,66 Euro je Aktie steigen, von 1,43 Euro ein Jahr zuvor.
DEUTSCHE BAHN
hat im abgelaufenen Jahr operativ und nach Steuern den Verlust verringert. Im laufenden Jahr plant der Logistikkonzern beim bereinigten operativen Gewinn EBIT eine Rückkehr "wieder in die Gewinnzone".
FORMYCON
hat 2024 wegen außerplanmäßiger Abschreibungen einen deutlichen Verlust geschrieben. Grund für die Abschreibungen sind nach Unternehmensangaben unter anderem die Herausforderungen im US-Markt für Biosimilars.
HELABA
hat unter anderem dank Entlastungen bei der Risikovorsorge im Immobiliengeschäft ihren Gewinn 2024 abermals erhöht. Für 2025 rechnet die Helaba mit einem Vorsteuergewinn "nur leicht" unter Vorjahr und bekräftigt die Mittelfristprognose mit einem Ergebnis von nachhaltig über 1 Milliarden Euro.
HENSOLDT
hat im vergangenen Jahr auch unter dem Strich deutlich mehr verdient. Der Anstieg sei hauptsächlich auf das höhere EBITDA und geringere Ertragsteuern zurückzuführen.
IONOS
hat vergangenes Jahr die im Sommer reduzierte Umsatzprognose und auch den Zielwert bei der operativen Marge erreicht.
JUNGHEINRICH
hat vergangenes Jahr sowohl beim Auftragseingang als beim operativen Ergebnis etwas besser abgeschnitten. Die Dividende will das Unternehmen auf 0,80 Euro nach 0,75 Euro je Aktie im Vorjahr erhöhen. Der Ausblick für das neue Jahr ist relativ optimistisch.
JUNGHEINRICH
plant zur weiteren Internationalisierung des Geschäfts in den kommenden Jahren mit weiteren Übernahmen, die von der finanziellen Größenordnung auch ein Milliardenvolumen haben könnten. Besonders im Fokus habe der Gabelstaplerkonzern dabei die Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik.
KSB
Die Aktionäre von KSB können sich über eine höhere Dividende freuen.
LPKF
hat im vergangenen Jahr bei leichtem Umsatzrückgang operativ und unter dem Strich roten Zahlen geschrieben. Die Dividende soll das zweite Jahr in Folge ausfallen.
MISTER SPEX
Der Verzicht auf Rabatte und unprofitables Geschäft wird die Optikerkette Mister Spex in diesem Jahr weitere Einnahmen kosten und erneut Verluste eintragen. Ziel sei es, die nicht-profitablen Umsätze weiter massiv zu reduzieren.
PNE
hat 2024 die operative Zielsetzung übertroffen und hält die Dividende stabil. Auch eine Sonderdividende will der Wind- und Solarpark-Projektierer in unverändeter Höhe wieder ausschütten. Der Konzern will seine Unternehmensstrategie prüfen und an aktuellen Gegebenheiten anpassen.
SCOUT24
schlägt für das vergangene Jahr eine um 10 Prozent höhere Dividende vor und bekräftigt den Ausblick 2025.
SNP
blickt optimistisch auf das laufende Jahr und rechnet mit weiterem Wachstum.
SUSS MICROTEC
will die Aktionäre an den deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerungen im abgelaufenen Jahr teilhaben lassen. Für 2024 soll eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, verglichen mit 0,20 Euro ein Jahr zuvor.
SYMRISE
Nach der starken Gewinnsteigerung im abgelaufenen Geschäftsjahr will Symrise die Gewinnbeteiligung der Aktionäre deutlich erhöhen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Erhöhung um 10 Cent auf 1,20 Euro je Aktie vor.
TAKKT
hat vor Beginn seines Kapitalmarkttages seine Jahresprognose präzisiert, ist bei den Mittelfristzielen aber leicht zurückgerudert.
VOSSLOH
hat 2024 seine Profitabilität verbessert und will seinen Aktionären nun eine höhere Dividende zahlen. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern dank des starken Auftragsbestands mit einem erneuten deutlichen operativen Wachstum.
ENDESA
will bis Ende 2027 Aktien im Wert von bis zu 2 Milliarden Euro von der Börse zurückkaufen. Der Rückkauf soll in mehreren Tranchen über die Bühne gehen, von denen die ersten beiden bereits freigegeben sind.
H&M
hat im Auftaktquartal weniger verdient als erwartet. Höhere Rabatte, Investitionen und negative Einflüsse durch Wechselkurse sowie Frachtkosten beeinträchtigten die Profitabilität des Unternehmens.
NEXT
hat den Ausblick für das Geschäftsjahr angehoben, nachdem die ersten acht Wochen besser als erwartet verlaufen sind.
PFIZER
Die US-Staatsanwaltschaft prüft offenbar einen Insidertipp zum Timing des Corona-Impfstoffs von Pfizer. Ein hochrangiger GSK-Wissenschaftler, der früher für den Konkurrenten Pfizer arbeitete, soll Kollegen erzählt haben, dass Pfizer die Erfolgsmeldung über seinen Covid-Impfstoff im Jahr 2020 bis nach der Präsidentschaftswahl in jenem Jahr hinausgezögert habe.
REPSOL
wird sein Upstream-Geschäft in der britischen Nordsee in ein Joint Venture mit NEO Energy einbringen. Ziel der Konsolidierung sei es, die betriebliche Größenordnung zu verbessern und Synergien von mehr als 1 Milliarde Dollar zu erzielen.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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March 27, 2025 08:10 ET (12:10 GMT)
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