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Dollar zu stark - Trump zündet die nächste Finanzbombe?

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Mit dem "Mar-a-Lago Accord" will die Trump-Regierung den Dollar schwächen, Industriejobs zurückholen und globale Partner unter Druck setzen. Doch was nach kluger Strategie klingt, könnte in Wahrheit eine finanzpolitische Zeitbombe sein. Droht der nächste große Währungs-Showdown - ausgerechnet aus einem Golfclub in Florida?

Mit dem "Mar-a-Lago Accord" will die Trump-Regierung den Dollar schwächen, Industriejobs zurückholen und globale Partner unter Druck setzen. Doch was nach kluger Strategie klingt, könnte in Wahrheit eine finanzpolitische Zeitbombe sein. Droht der nächste große Währungs-Showdown - ausgerechnet aus einem Golfclub in Florida?

Der Plan hinter dem provokanten Namen

Auf den ersten Blick wirkt die Idee wie ein kluger Schachzug: Die USA leiden seit Jahr zehnten unter einem überbewerteten Dollar, der ihre Exportindustrie zunehmend schwächt und zugleich das Handelsdefizit anschwellen lässt. Die Kernidee, inspiriert vom berühmten "Plaza Accord" aus dem Jahr 1985, lautet nun erneut: Andere Länder sollen ihre Währungen aufwerten, damit der Dollar geschwächt und der US-Export wettbewerbsfähiger wird

Die Instrumente dafür sind aber diesmal deutlich radikaler: Washington droht offen mit Handelszöllen und der Streichung militärischer Sicherheitsgarantien, wenn Länder nicht mitziehen. Darüber hinaus will man - laut Berichten von Apollo und Bloomberg - bestehende US-Schulden ausländischer Gläubiger in ultralangfristige "Century Bonds" mit bis zu 100-jähriger Laufzeit umwandeln. Hinzu kommt ein neuer, milliardenschwerer Staatsfonds, der gezielt Euro, Yen und Renminbi kaufen soll, um den Dollar aktiv auf den Devisenmärkten zu drücken (Apollo & Bloomberg). Die USA könnten ihre Goldreserven neu bewerten und zusätzlich eine Kryptowährungs-Stabilisierungsreserve etablieren, um diesen Staatsfonds zu finanzieren. Ein Paket, das in seiner Komplexität und Kühnheit selbst erfahrene Finanzexperten überrascht.

Der Dollar ist so stark wie zuletzt vor dem Plaza-Abkommen - droht eine neue globale Währungskoordination?

Ein historisch überbewerteter Dollar - und ein möglicher Wendepunkt

Dass der US-Dollar aktuell überbewertet ist, ist nicht nur eine Behauptung der Trump-Regierung, sondern wird von Experten gestützt. Makrostratege Otavio (Tavi) Costa von Crescat Capital schreibt dazu: "Ich sehe nicht, wie das anhaltende Leistungsbilanzdefizit der USA ohne eine deutliche Dollarabwertung beseitigt werden kann - insbesondere, da sich der Dollar derzeit auf einem der überbewerteten Niveaus der letzten 120 Jahre befindet."

Diese Einschätzung wird durch einen aktuellen Chart von Crescat Capital gestützt, der den realen, handelsgewichteten US-Dollar-Index seit Anfang des 20. Jahrhunderts zeigt. Besonders auffällig: Der Dollar befindet sich - Stand Februar 2025 - auf einem historischen Hoch, das nur zwei Mal zuvor erreicht wurde: in den frühen 1980er-Jahren vor dem Plaza Accord, und Ende der 1960er-Jahre, kurz bevor das Bretton-Woods-System zusammenbrach.

Diese historischen Parallelen nähren Spekulationen darüber, dass ein erneuter Wendepunkt bevorstehen könnte - möglicherweise eingeleitet durch den Mar-a-Lago Accord. Die Botschaft zwischen den Zeilen ist klar: Ein so überbewerteter Dollar könnte auf Dauer nicht tragbar sein.

Die Illusion vom Industrie-Comeback?

Auf der anderen Seite äußern sich viele Experten kritisch zur Sinnhaftigkeit des Plans. Zwar klingt die Vorstellung, den Dollar gezielt abzuwerten, um damit amerikanische Industriejobs zurückzuholen, auf den ersten Blick plausibel - doch die Realität ist weitaus komplexer.

Die australische Ökonomin Jenny Gordon warnt eindringlich vor überzogenen Erwartungen: "Eine bloße Dollarschwächung wird die Industriejobs in den USA nicht zurückbringen. Dazu sind enorme Investitionen in produktive Sektoren nötig - und solange die USA weiter mehr konsumieren als sparen, fließt Kapital aus dem Ausland, was wiederum den Dollar stark hält."

Auch Martin Wolf, Chefkommentator der Financial Times, hält die Logik des Plans für strukturell verkürzt. Er betont: "Die Idee, dass eine koordinierte Dollarschwächung und protektionistische Maßnahmen alleine langfristig Industriejobs retten, ignoriert, dass Produktionsjobs weltweit aufgrund von Automatisierung, Alterung der Gesellschaften und Digitalisierung ohnehin massiv sinken - völlig unabhängig vom Dollarkurs." Die Kritik ist eindeutig: Selbst wenn eine Dollarschwächung kurzfristig Wirkung zeigt, könnten die strukturellen Probleme des US-Arbeitsmarkts damit kaum nachhaltig gelöst werden.

Ein riskantes Pokerspiel mit dem globalen Finanzsystem

Der Analyst Charles-Henry Monchau warnt, dass eine koordinierte Dollarschwächung in Kombination mit Strafzöllen und geopolitischen Anreizen langfristig genau jene Spannungen verschärfen könnte, die Washington eigentlich abbauen will. Besonders kritisch sieht er dabei das geplante "Ampelsystem", mit dem die Trump-Administration offenbar ihre internationalen Partner klassifizieren und steuern möchte. Dabei sollen Länder in drei Kategorien eingeteilt werden:

Grün: Kooperationsbereit - diese Staaten erhalten bevorzugten Zugang zum US-Markt und militärischen Schutz, sofern sie bereit sind, ihre Währungspolitik an den amerikanischen Zielen auszurichten.

Gelb: Zögerlich oder teilweise kooperationsbereit - sie müssen mit Einschränkungen oder Auflagen rechnen.

Rot: Verweigerer - ihnen drohen Strafzölle, der Entzug von Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche Isolation.


Was auf den ersten Blick wie ein geordnetes Steuerungssystem klingt, ist laut Monchau in Wahrheit ein massives Druckmittel, das wirtschaftliche Entscheidungen eng mit politischen Loyalitätsfragen verknüpft. Länder werden faktisch gezwungen, sich den US-Zielen unterzuordnen - nicht durch diplomatische Überzeugung, sondern durch die Aussicht auf Vorteile oder Strafen. Solch ein Vorgehen untergräbt laut Monchau das Vertrauen in die USA als verlässlichen Partner und könnte andere Staaten dazu treiben, sich vom Dollar-System zu lösen - etwa durch regionale Währungsallianzen oder eine Annäherung an die BRICS. Der Mar-a-Lago Accord drohe so, langfristig mehr Misstrauen als wirtschaftliche Stabilität zu schaffen.

Vertrauensverlust als größte Gefahr

Neben ökonomischen Risiken ist das größte Problem des Mar-a-Lago-Plans ein politisches: der immense Vertrauensverlust, den die USA mit einer solchen Strategie riskieren. Trump hat bereits die NATO und G7 mehrfach öffentlich infrage gestellt, Verbündete wie Kanada brüskiert und sich aus geopolitisch wichtigen Konflikten zurückgezogen.

Zudem könnten Staaten, die sich dem Druck der USA ausgesetzt fühlen, genau jene Alternativen zur Dollar-Dominanz stärken, die Washington verhindern möchte. Bereits jetzt bauen BRICS-Staaten ihre eigenen Zahlungssysteme und Währungsplattformen auf, um unabhängiger vom Dollar zu werden. Der Mar-a-Lago Accord könnte diesen Trend nur beschleunigen - mit unkalkulierbaren Folgen für die Stabilität des gesamten Weltfinanzsystems.

Gleichzeitig eskalieren die USA ihren ökonomischen Druck: Mit den geplanten Zollerhöhungen unter Trump II droht der höchste durchschnittliche US-Zollsatz seit der Weltwirtschaftskrise - ein Niveau vergleichbar mit dem Smoot-Hawley-Tarif von 1930. Das folgende Diagramm zeigt, wie drastisch die USA gerade bereit sind, die Regeln des Welthandels umzuschreiben.

Historischer Sprung bei US-Zöllen: Die geplanten Tariferhöhungen unter Trump II könnten das höchste Niveau seit der Großen Depression markieren.

Scharfsinnig oder brandgefährlich?

Der Mar-a-Lago Accord klingt verführerisch einfach: Dollarschwächung, Exportboom, weniger Defizite und ein wirtschaftliches Comeback der USA - alles ohne schmerzhafte Haushaltskürzungen oder Steuererhöhungen. Doch die eindringlichen Warnungen der Fachwelt - von Martin Wolf, Jenny Gordon bis Charles-Henry Monchau - machen deutlich, dass die Realität komplexer ist.

Das Abkommen könnte nicht nur die globale Währungsordnung, sondern auch Amerikas eigene geopolitische Position gefährden. Trump und sein Team spielen hoch - womöglich zu hoch. Der "Mar-a-Lago Accord" mag als smarter Schachzug präsentiert werden, doch tatsächlich ist er eher ein gefährlicher Poker mit höchstem Einsatz. Ob die Weltgemeinschaft bereit ist, dieses Spiel mitzuspielen, oder ob Trump sich mit diesem Bluff verzockt, wird die nahe Zukunft zeigen.

Sollte das Experiment scheitern - etwa durch einbrechendes Vertrauen in den Dollar, zerfallende Allianzen oder zunehmendes wirtschaftspolitisches Chaos unter Trump - könnten Edelmetalle wie Gold erheblich profitieren. In Zeiten globaler Unsicherheit, währungspolitischer Eskalation und wachsender Zweifel an der Stabilität des Finanzsystems suchen Anleger erfahrungsgemäß Schutz in realen, staatsunabhängigen Werten.

Enthaltene Werte: XD0002747026,XD0002746952

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