
© Foto: von winterseitler auf Pixabay (Symbolbild)
Nordex kassiert innerhalb von nur zwei Tagen Millionendeals - und die Aktie reagiert nur verhalten. Warum und was soll das? Wir haben den Windturbinen-Spezialisten Nordex unter die Lupe genommen. Soviel sei vorab verraten: Hier geht es um mehr als nur neue Orders. Alles zu den Chancen, Risiken und warum die nächsten Wochen spannend werden könnten und vielleicht bald die Rakete gezündet wird.
Nordex auf Erfolgskurs: Türkei und Skandinavien ordern
Nordex hat binnen 48 Stunden zwei Großaufträge vermeldet. Erst am 1. April der Paukenschlag aus Skandinavien - 70 Turbinen für Finnland, ausgestattet mit frosttauglicher Technik und einem Wartungsvertrag über sagenhafte 35 Jahre. Dann, nur einen Tag später, folgte der nächste Coup: Ein türkischer Kunde orderte 108 Anlagen vom Typ N163/6.X. Zusammen bringen beide Deals satte 1.222 Megawatt auf die Uhr. Dies wäre genug, um über 400.000 Haushalte mit Ökostrom zu versorgen. Nordex ist augenscheinlich global gefragt. Vor allem die neuesten Turbinen der Delta4000-Serie punkten. Mit Rotoren bis 175 Meter Durchmesser holen die Anlagen selbst aus lauen Brisen noch maximale Leistung. In Finnland kommt dazu das "Anti-Icing"-System zum Zug - ein Game-Changer für Regionen, wo Eis und Kälte sonst die Produktion bremsen.
Fundamentale Wende oder doch nicht?
Die Zahlen stimmen erstmal optimistisch: Der Auftragsbestand wächst, die Technologie gilt als konkurrenzfähig, und mit 35-Jahres-Serviceverträgen sichert sich Nordex langfristige Einnahmen. Doch der Blick in die Vergangenheit zeigt: Das Unternehmen hat dennoch ein "Imageproblem" bei Aktionären und Investoren. Trotz grüner Megatrends dümpelt die Aktie seit Jahren unter ihrem Niveau von vor 10 Jahren. Warum ist das so? Die Branche ist hart umkämpft. Preisdruck, Lieferketten-Chaos und die Abhängigkeit von staatlichen Subventionen machen Aktionäre und Investoren nervös. Zwar hat Nordex zuletzt die Verluste reduziert, aber die Profitabilität bleibt wacklig. Der jüngste Kursanstieg auf 14,62 Euro wirkt da fast wie ein Aufatmen, aber reicht das für eine Trendwende?
Chartcheck
Seit Februar stieg die Nordex-Aktie von unter 12 auf 17,61 Euro, nur um dann wieder einzuknicken. Aktuell kämpft sie um die 15-Euro-Marke bzw. knapp darunter. Charttechniker legen nun ein Auge oder gar beide auf zwei Schlüsselniveaus:
- Die 17,61-Euro-Hürde: Wird diese Linie nach oben durchbrochen, fürfte die Rally raketenmäßig neu starten. Als nächstes Ziel gelten dann 20-21 Euro.
- Die 14-Euro-Untergrenze: Fällt die Aktie hier drunter, droht ein Rückfall in die Seitwärtsphase und ein Abfall in die Regionen unter 12 Euro.
Der RSI-Indikator mit einem Stand bei über 50 signalisiert weder überkauft noch -verkauft zu sein. Eher neutral, mit ein wenig Wohlwollen leicht positiv zu sehen. Es hängt also am Marktumfeld - und an weiteren positiven News.
Was tun?
Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Für Nordex spricht der Rückenwind durch Orders: Die jüngsten Deals zeigen, dass Nordex technologisch mithalten kann. Das Chart-Potenzial ist aussichtsreich, denn bei einem Ausbruch über 17,61 Euro geht's möglicherweise steil nach oben. Langfristig bleibt Windkraft bleibt ein Schlüsselthema - besonders in Europa.
Dagegen sprechen mögliche Subventionskürzungen oder Materialengpässe könnten den Aufschwung bremsen. Die dauerhafte Profitabilität muss Nordex erst noch beweisen. Nordex ist keine sichere Wette, aber ein spannendes Investment für risikofreudigere Anleger.
Eines ist aber klar: Ohne Windkraft läuft die Energiewende nicht. Und Nordex hat das Zeug, hier weiter mitzumischen. Behalten Sie daher die 17,61 Euro-Marke im Auge.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.
Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.