
FX- und Devisenhandel, Finanzierungen, Cash-Management - fast alle wichtigen Prozesse im Treasury finden in den meisten Unternehmen mittlerweile voll oder weitgehend digital statt. Doch es gibt ein gallisches Dorf im digitalen Treasury, in dem diese Veränderung nach wie vor kaum stattfindet: "Das Aval-Management findet in vielen Unternehmen immer noch weitestgehend papierhaft statt", sagt Carl Hoestermann, Ex-Treasurer und heute Geschäftsführer bei dem Aval-Spezialisten Gracher. Sicherheitsgründe stünden nicht dahinter, urteilt Hoestermann, sondern eher "Tradition". Bei Unternehmen, die viel mit Avalen arbeiten und das in Papierform tun, fänden sich "Regalmeter an Leitz-Ordnern nur mit Aval-Dokumentationen", weiß Hoestermann zu berichten. "Und der Umgang mit diesen Papierdokumenten ist oft dazu auch noch nachlässig, etwa mit Blick auf Feuer- und Wasserschutz." Sachliche Gründe, solche Risiken und Ineffizienzen zuzulassen und den Aval-Bereich weiterhin analog zu führen, sieht der frühere Treasurer von Hochtief nicht. Seiner Meinung nach könnten - und müssten - sämtliche Prozessschritte digitalisiert werden. Warum viele Treasurer und CFOs die Digitalisierung des Aval-Geschäfts dennoch nicht forcieren, wo für Finanzabteilungen ein sinnvoller Ansatzpunkt liegen könnte, um mit der Digitalisierung der Aval-Prozesse zu beginnen und ob eine der an Avalen beteiligten Parteien gar ein spezielles Interesse daran hat, die Digitalisierung auszubremsen - die Antworten gibt Carl Hoestermann im FINANCE-TV-Gespräch.