
Anlässlich des Internationalen Tages zur Aufklärung über die Minengefahr am 4. April hebt Handicap International (HI), Co-Friedensnobelpreisträgerin, die entscheidenden Fortschritte beim Verbot von Antipersonen-Minen hervor. Gleichzeitig warnt die humanitäre Hilfsorganisation vor alarmierenden Rückschlägen, die jahrzehntelange Erfolge bedrohen. Abrüstungsverträge wie die Verbote von Antipersonen-Minen und Streubomben müssen bekräftigt und diese Waffen weiterhin stigmatisiert werden.
"Wir beobachten einen gefährlichen Trend zur Normalisierung von Landminen und Streumunition und zur Schwächung der Verträge für ein Verbot dieser Waffen. Diese Verträge haben in zahlreichen Ländern große Verbesserungen für die Zivilbevölkerung erreicht. Die Aushöhlung dieser hart erkämpften internationalen Normen gefährdet unzählige Menschenleben. Wir erwarten von den Mitgliedsstaaten einschließlich Deutschland eine eindeutige Unterstützung der lebensrettenden Verträge!", sagt Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland.
Handicap International fordert die Vertragsstaaten auf, ihr Engagement für diese Abkommen zu bekräftigen, Handlungen, die sie untergraben, zu verurteilen und die Unterstützung für Minenräumung, Risikoaufklärung und Opferhilfe zu erhöhen.
Abrüstungsverträge in Gefahr
Diese Abkommen sind jetzt in Gefahr. Im November 2023 kündigten die Vereinigten Staaten die Lieferung von Antipersonen-Minen an die Ukraine an. Die Regierungen der baltischen Staaten sowie von Polen bereiten derzeit den möglichen Austritt aus dem Ottawa-Vertrag vor. Finnland hat sich bereits entschieden, den Minenverbots-Vertrag zu verlassen. 2023 lieferten die Vereinigten Staaten verbotene Streumunition an die Ukraine, und Litauen ist am 6. März offiziell aus dem Oslo-Vertrag ausgetreten. Zudem hat das US-Außenministerium die sofortige Einstellung seiner weltweiten Minenräumprogramme angeordnet. Diese Entscheidung betrifft lebenswichtige Maßnahmen in Konfliktregionen wie der Ukraine, dem Irak, Kolumbien und Südostasien, wo Blindgänger eine ernsthafte Gefahr für das Leben der Zivilbevölkerung darstellen.
"Diese Mittelkürzung wird die Vertreibung der Zivilbevölkerung, die aufgrund der Verseuchung mit explosiven Kriegsresten nicht nach Hause zurückkehren kann, verlängern. Der Zugang zu Schulen, Kliniken und Wasserquellen in kontaminierten Gebieten bleibt lebensgefährlich", so Fischer.
Weniger Opfer seit Inkrafttreten der Verträge
Der Landminen-Verbotsvertrag von Ottawa aus dem Jahr 1997 hat maßgeblich dazu beigetragen, die Zahl der Landminenopfer von etwa 25.000 im Jahr 1999 auf weniger als 5.000 im Jahr 2023 zu senken. Auch die Zahl der kontaminierten Staaten und Regionen ist deutlich zurückgegangen, von 99 im Jahr 1999 auf 58 im Jahr 2024. Ebenso hat der Streubomben-Verbotsvertrag von Oslo aus dem Jahr 2008 einen entscheidenden Schutz für die Zivilbevölkerung in Konfliktgebieten geschaffen.
Handicap International führt Räumungs- und Risikoaufklärungsprogramme durch und unterstützt Opfer in 20 Ländern. Allein in der Ukraine erreichten die Teams von HI mehr als 570.000 Menschen, um sie vor Minen zu warnen.
Weitere Informationen zum Thema Landminen und Streubomben finden Sie auch hier:
Landmine.de (https://www.landmine.de/)
Streubomben.de (https://www.streubomben.de/)
Ewipa.de (http://ewipa.de/)
ICBLCMC.org (https://www.icblcmc.org/)
Pressekontakt:
Huberta von Roedern
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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