
DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
FEIERTAGSHINWEIS
FREITAG: In Schanghai und Hongkong bleiben die Börsen wegen des Totengedenktags (Qingming) geschlossen.
TAGESTHEMA
US-Präsident Donald Trump hat Offenheit für mögliche Deals zu Senkung der Zölle signalisiert. Er nannte aber keine Details, wie so etwas ablaufen könne. "Es kommt drauf an", sagte er in der Air Force One auf die Frage, ob er zu Vereinbarungen mit anderen Ländern bereit sei. "So lange sie uns etwas Gutes geben." China könnte etwa im Austausch für niedrigere Zölle einem Deal zu Tiktok zustimmen, so Trump. Er wiederholte sein Versprechen, Zölle auf Pharmazeutika und Halbleiter zu erheben. Mit Blick auf den Zeitpunkt einer möglichen Ankündigung und Einführung blieb Trump jedoch vage. Die Zölle würden "sehr bald" eingeführt. Die Pharmaindustrie werde in einem bisher nicht gesehenen Ausmaß betroffen sein. "Wir sehen uns gerade die Pharmaindustrie an. Pharmazeutika", sagte Trump.
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US 14:30 Arbeitsmarktdaten März Beschäftigung ex Agrar PROGNOSE: +140.000 gg Vm zuvor: +151.000 gg Vm Arbeitslosenquote PROGNOSE: 4,1% zuvor: 4,1% durchschnittliche Stundenlöhne PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+3,9% gg Vj zuvor: +0,3% gg Vm/+4,0% gg Vj
ÜBERSICHT INDIZES
zuletzt +/- % E-Mini-Future S&P-500 5.408,00 -0,5% E-Mini-Future Nasdaq-100 18.584,75 -0,5% S&P/ASX 200 (Sydney) 7.667,80 -2,4% Nikkei-225 (Tokio) 33.582,42 -3,3% Hang-Seng (Hongk.) Feiertag Schanghai-Comp. Feiertag Kospi (Seoul) 2.444,64 -1,7%
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Sehr schwach - Die Talfahrt nach dem von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Zollschock und den dadurch entfachten Wachstumsängsten geht in die zweite Runde. Insbesondere die Börse in Tokio trifft es erneut besonders hart. Wieder verstärkt die Währungsseite den Abwärtsdruck, denn der Dollar verliert weiter an Wert, wodurch sie die Exporte japanischer Unternehmen auf Dollarbasis zusätzlich zu den verfügten Zöllen verteuern. Weiter suchen die Anleger ihr Heil am Anleihemarkt, dort sinken die Renditen weiter. Dazu tragen laut Marktteilnehmern auch Erwartungen bei, dass die japanische Notenbank wegen des Zollschocks für die heimische Witschaft weitere Zinserhöhungen hinauszögern dürfte. Nicht gehandelt wird wegen eines Feiertags an den chinesischen Aktienmärkten, die sich am Donnerstag besser gehalten hatten als die Nachbarplätze. Die Analysten von Daiwa erklären die verhaltenere Reaktion chinesicher Aktien damit, dass sie weniger zu verlieren hätten als beispielsweise ihre Pendants in Südkorea, Taiwan und anderen ostasiatischen Ländern. Handelsspannungen mit den USA belasteten die chinesischen Aktien nämlich bereits seit Monaten. Daneben halten sich Spekulationen, dass die chinesische Notenbank mit Lockerungsmaßnahmen stützend eingreifen könnte. Unter den Einzelwerten trifft es in Tokio u.a. Auto- und Technologietitel überdurchschnittlich hart. Toyota sacken um 5,3, Honda um 6,7 und Mazda um 7,9 Prozent ab. Advantest knicken um 9,9 und Renesas um über 14 Prozent ein. In Seoul stürzt der Kurs des Halbleiterunternehmens SK Hynix um über 13 Prozent ab. Samsung Electronics halten sich mit einem Minus von 1,5 Prozent deutlich besser. In den USA war der Kurs des großen Konkurrenten Apple um 9,3 Prozent in die Knie gegangen.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 40.545,93 -4,0% -1679,39 -1,3% S&P-500 5.396,52 -4,8% -274,45 -4,2% NASDAQ Comp 16.550,61 -6,0% -1050,44 -8,9% NASDAQ 100 18.521,48 -5,4% -1060,30 -6,8% Donnerstag Mittwoch Umsatz NYSE (Aktien) 1.523 Mio 976 Mio Gewinner 362 1.949 Verlierer 2.446 790 Unverändert 30 97
Baisse - Höher als erwartet ausgefallene Strafzölle von US-Präsident Donald Trump bescherten der Wall Street einen schwarzen Donnerstag. Die Indizes verzeichneten die größten Tagesverluste seit März 2020. Die Zollpolitik könnte dazu führen, dass das US-BIP im zweiten Quartal 2025 um 10 Prozent sinkt; dadurch könnten die USA nach einer vorhergesagt leichten Schrumpfung im ersten Quartal möglicherweise in eine Rezession stürzen, warnte Chefökonom Carl Weinberg von High Frequency Economics. Dazu kommt die Sorge, dass die höheren Zölle die Inflation befeuern dürfte, was es der US-Notenbank schwer machen würde, mit einer lockereren Geldpolitik gegenzusteuern. Möglicherweise müsste sie in einem Stagflationsszenario sogar die Zinsen erhöhen, so ein Schreckenszenario. Im besonders hart getroffenen Technologiesegment rutschten Amazon um 9,0, Alphabet um 4,0, Meta um 9,0 und Nvidia um 7,8 Prozent ab. Apple sackten um 9,3 Prozent ab. Das Unternehmen gilt als sehr stark von asiatischen Zulieferern abhängig, wo die Zölle besonders üppig ausfielen. Auch Nike (-14,4%) lässt einen Großteil seiner Produkte in Asien fertigen.
US-ANLEIHEN
Die Flucht in vermeintliche Sicherheit trieb Anleger in US-Staatsanleihen. Im Zehnjahresbereich fiel die Rendite darauf um 14 Basispunkte auf 4,06 Prozent, das niedrigste Niveau seit Oktober vergangenen Jahres.
DEVISEN
zuletzt +/- % 00:00 Do, 09:29 % YTD EUR/USD 1,1087 0,3 1,1052 1,0946 +4,6% EUR/JPY 161,54 0,2 161,26 161,34 -1,0% EUR/GBP 0,8468 0,4 0,8434 0,8352 +2,0% GBP/USD 1,3093 -0,1 1,3103 1,3105 +4,6% USD/JPY 145,71 -0,1 145,92 147,40 -7,3% USD/KRW 1.437,15 -1,0 1.451,68 1.464,52 -1,6% USD/CNY 7,1758 0,0 7,1751 7,1932 -0,5% USD/CNH 7,2545 -0,4 7,2803 7,3187 -0,7% USD/HKD 7,7741 -0,0 7,7768 7,7799 +0,1% AUD/USD 0,6244 -1,3 0,6327 0,6299 +2,2% NZD/USD 0,5724 -1,1 0,5790 0,5765 +3,5% BTC/USD 83.161,05 0,5 82.747,70 83.279,15 -11,3% YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags
Der Dollar geriet auf breiter Front stark unter Druck, besonders gegenüber Fluchtwährungen wie dem Yen. Der Dollarindex fiel um 1,6 Prozent, womit er dennoch gegenüber dem Tagestief deutlich erholt aus dem Tag ging. Der Welthandel werde überwiegend in der Leitwährung Dollar abgewickelt. Sollte die globale Konjunktur nun erlahmen, werde auch die Nachfrage nach dem Dollar sinken, hieß es. Zudem drückten die erneut und stark gefallenen US-Marktzinsen auf den Greenback. Im frühen Devisenhandel am Freitag setzt sich die Abwärtsbewegung des Dollar zunächst fort, wenn auch nur moderat.
++++ ROHSTOFFE +++++
ÖL
zuletzt VT-Schluss +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 66,26 66,62 -0,5% -0,36 +1,6% Brent/ICE 69,46 69,81 -0,5% -0,35 -6,3% YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags
Konjunktursorgen drückten stark auf die Ölpreise. Die Notierungen für Brent und WTI reduzierten sich um bis zu 4,6 Prozent. Akteure am Ölmarkt fürchteten, dass die Nachfrage als Folge eines Handelskriegs drastisch zurückgehen werde. Zudem kündigten Mitglieder der Opec+ Fördermengenerhöhungen an.
METALLE
zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 3103,6 3113,9 -0,3% -10,30 +19,1% Silber 28,50 28,84 -1,2% -0,34 +11,9% Platin 863,41 865,45 -0,2% -2,04 +2,5% Kupfer 4,7955 4,8285 -0,7% -0,03 +18,1% YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags
Angesichts der sich eintrübenden Aussichten für die Konjunktur und die Aktienbörsen flüchteten Anleger in sichere Häfen, wozu auch das Gold zählt. Der Goldpreis kam nach seiner jüngsten Rekordjagd dennoch etwas zurück. Er sei etwas in den Sog von deutlichen Abgaben bei anderen Metallen wie Kupfer oder Silber geraten, die unter Nachfragesorgen litten. Die Feinunze verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 3.108 Dollar.
MELDUNGEN SEIT DONNERSTAG 20.00 UHR
JAPAN - Konjunktur
Die Ausgaben der privaten japanischen Haushalte lagen im Februar 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ökonomen hatten einen stärkeren Rückgang um 1,8 Prozent geschätzt.
PHILIPPINEN - Inflation
Die Verbraucherpreise für März zeigen eine Steigerung von 1,8 Prozent im Jahresvergleich. Die Prognose hatte auf 2,0 Prozent gelautet.
SÜDKOREA - Politik
Das südkoreanische Verfassungsgericht hat die Amtsenthebung von Präsident Yoon Suk Yeol wegen der kurzzeitigen Verhängung des Kriegsrechts bestätigt und damit den Weg für die vorgezogene Wahl eines neuen Präsidenten frei gemacht.
THAILAND - Inflation
Die Verbraucherpreise in Thailand lagen im März 0,84 Prozent über dem Vorjahreswert. Ökonomen hatten 1,13 Prozent geschätzt.
BOEING/AIRBUS
Die neuen Zölle der Trump-Administration stellen ein Handelsabkommen in Frage, mit dem Boeing, Airbus und andere Hersteller der Luftfahrtindustrie Flugzeuge und Düsentriebwerke seit mehr als 40 Jahren weitgehend zollfrei produzieren konnten.
EXXONMOBIL
erwartet wegen gestiegener Öl- und Gaspreise einen höheren Gewinn im ersten Quartal. Die Upstream-Erträge könnten im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um bis zu 800 Millionen Dollar gestiegen sein, so das Unternehmen.
INTEL/TSMC
Intel und der taiwanische Auftragsfertiger TSMC haben laut einem Medienbericht eine vorläufige Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures zum Betrieb der Chipfertigung von Intel getroffen. TSMC will demnach 20 Prozent an dem neuen Unternehmen übernehmen. Intel und andere US-Chiphersteller sollen die Mehrheit der Anteile halten.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/flf/gos
(END) Dow Jones Newswires
April 04, 2025 01:42 ET (05:42 GMT)
Copyright (c) 2025 Dow Jones & Company, Inc.