
FRANKFURT (dpa-AFX) - Den Kursrutsch am Vortag infolge der weltweiten US-Zölle haben die Anleger auch am Freitag noch nicht wirklich verdaut. Der X-Dax als Indikator für den Dax signalisierte eine Stunde vor dem Xetra-Start ein Minus von 0,2 Prozent auf 21.684 Zähler. Für den EuroStoxx 50 zeichnet sich ein Minus von 0,3 Prozent ab.
Im Dax ist rund die Hälfte der imposanten Rekordrally seit Mitte Dezember inzwischen dahin. Sollte im Bereich 21.500 Punkte keine Stabilisierung gelingen, rückt die 100-Tage-Durchschnittslinie bei knapp über 21.200 Punkten als mögliche Auffangbasis in den Fokus. Trumps unerwartet aggressive Zoll-Pläne bedrohen die optimistischen Gewinnprognosen für die Dax-Unternehmen, hieß es von der Commerzbank.
In den USA fand am Vortag nach den globalen, reziproken Zöllen ihres Präsidenten Donald Trump ein Ausverkauf an den Börsen statt. Das New Yorker Leitbarometer Dow Jones Industrial stürzte wieder auf das tiefste Niveau seit September 2024 ab. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes erwischte es noch schlimmer. Lori Calvasina, die US-Chefstrategin der kanadischen Investmentbank RBC spürt regelrechte Wachstumsangst an der Wall Street - so wie in den Jahren 2010, 2011, 2015 bis 2016 und 2018.
Am Nachmittag kommen aus den USA dann die Arbeitsmarktdaten für den Monat März. Diese dürften von den politischen Geschehnissen in den USA überlagert werden, schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Marktes. "Anleger werden zumindest aber darauf achten, wie viele Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst gestrichen wurden und welche Auswirkungen das auf die Arbeitslosenquote haben wird. Alle zukünftigen Daten werden nun nach Hinweisen auf eine Rezession untersucht."
Am deutschen Aktienmarkt gewannen am Freitagmorgan Redcare nach der Bekanntgabe vorläufiger Quartalszahlen 1,4 Prozent im Vergleich mit dem Xetra-Schluss. Die Online-Apotheke wuchs im ersten Jahresviertel kräftig. Dabei profitierte das Unternehmen weiter von einem starken Anstieg im Geschäft mit dem elektronischen Rezept, insbesondere in Deutschland.
Beim Ringen um eine mögliche Übernahme des Verpackungsherstellers Gerresheimer schrumpft Kreisen zufolge die Zahl möglicher Bieter immer weiter. Die Beteiligungsgesellschaft KKR habe das zusammen mit Warburg Pincus gebildete Konsortium verlassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das sei eine negative Nachricht, sagte ein Händler. Der Aktienkurs habe aber so etwas schon vorweggenommen. Gerresheimer büßten 2,2 Prozent ein./ajx/mis
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