
Der italienische Pharmakonzern verstärkt mit dem 810-Millionen-Euro-Zukauf seine Position im Spezialarzneimittelbereich, trotz aktueller Kursverluste der Aktie.
Recordati hat offiziell den Abschluss der Übernahme des britischen Spezialpharmaunternehmens ProStrakan bekannt gegeben. Die Akquisition im Wert von 810 Millionen Euro wurde nach Erhalt aller behördlichen Genehmigungen finalisiert. Die Recordati-Aktie reagierte auf diese Nachricht mit einem Rückgang und schloss am Freitag bei 49,80 Euro, was einem Minus von 2,83% entspricht. Im Wochenverlauf verzeichnete das Papier sogar einen Rückgang von 6,30%.
Die italienische Pharmagesellschaft erweitert durch diese strategische Akquisition ihr Portfolio im Bereich Spezialarzneimittel, insbesondere in den Therapiegebieten Urologie, Endokrinologie und Onkologie. ProStrakan bringt mehrere etablierte Produkte mit, darunter das Prostatakrebsmedikament Firmagon, das im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 130 Millionen Euro generierte. Mit dieser Übernahme verstärkt Recordati seine Marktposition in Europa und schafft zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten für seine Spezialpharmasparte.
Integration und Synergieeffekte
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Der Integrationsprozess von ProStrakan in die Recordati-Gruppe wurde bereits eingeleitet. Das Management erwartet Synergieeffekte von jährlich etwa 25 Millionen Euro, die hauptsächlich durch optimierte Vertriebsstrukturen und konsolidierte Forschungsaktivitäten realisiert werden sollen. Diese Synergien sollen innerhalb der nächsten 24 Monate vollständig umgesetzt werden. Recordati hat außerdem angekündigt, dass alle ProStrakan-Mitarbeiter übernommen werden und das bestehende Managementteam in seinem Amt bleibt, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
Die Finanzierung der Übernahme erfolgte durch eine Kombination aus vorhandenen Barmitteln und einer neu aufgenommenen Kreditlinie. Trotz der Investition betont Recordati, dass die Verschuldungsquote des Unternehmens auf einem moderaten Niveau bleibe, was die Kapazität für weitere strategische Akquisitionen in der Zukunft offenhält. Das Unternehmen bestätigte zudem seine Jahresprognose und erwartet weiterhin ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung
Die Integration von ProStrakan soll den Jahresumsatz von Recordati um etwa 11% steigern und ab dem kommenden Geschäftsjahr zum Gewinn pro Aktie beitragen. Besonders vielversprechend erscheint dem Management die Erweiterung der Produktpipeline durch mehrere Präparate in der späten Entwicklungsphase, die in den kommenden zwei bis drei Jahren Marktreife erlangen könnten. Neben Firmagon werden insbesondere die Präparate Eligard (ebenfalls zur Behandlung von Prostatakrebs) und Sancuso (gegen Übelkeit bei Chemotherapien) als bedeutende Umsatztreiber hervorgehoben.
Die jüngsten Kursbewegungen der Recordati-Aktie spiegeln eine gewisse Skepsis der Anleger wider. Mit einem Abstand von knapp 18% zum 52-Wochen-Hoch von 60,65 Euro und einem überkauften RSI-Wert von 73,7 zeigt sich die Aktie derzeit technisch angeschlagen. Analysten verweisen jedoch auf das solide Langzeitpotenzial des erweiterten Produktportfolios und die gut gefüllte Entwicklungspipeline als stabilisierende Faktoren für die zukünftige Unternehmensentwicklung.
Der Vorstandsvorsitzende von Recordati betonte in seinem Statement den strategischen Charakter der Akquisition, die das Wachstum in Schlüsselmärkten beschleunigen und die Position des Unternehmens im Spezialpharmasektor festigen soll. Mit der abgeschlossenen Übernahme von ProStrakan setzt Recordati seinen kontinuierlichen Expansionskurs fort und positioniert sich für nachhaltiges Wachstum in seinen therapeutischen Kernbereichen.
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